Accell Group 2011’er Ergebnisse

25.2.2012 von admin.

Wie berichtet, bin ich im Dezember bei der Accell Group nach einem überproportionalen Kursrückgang im Herbst ausgestoppt worden. Wie auch bei Vale war mein timing dabei mies. Kurz nach dem Verkauf stieg die Aktie wieder an. Ich konnte mich schon vorher nicht dazu durchringen, bei den vermeintlich günstigen Kursen nachzukaufen, da ich ein Informationsdefizit befürchtete. Stand heute waren die Kurse allerdings wirklich günstig zum nachkaufen. Wer zu meinem Stop Kurs gekauft hat, steht heute bei etwas über 30% im Plus. Man könnte sagen: Analyse soweit richtig, aber Timing total falsch.

Diese Woche wurden die Zahlen für das Gesamtjahr 2011 veröffentlicht. Der Umsatz stieg um 9% und der Gewinn um 11%. Der Umsatzanstieg entspricht dem Durchschnitt der Jahre 2005 bis 2010. Der Gewinn wurde netto durch Einmaleffekte positiv beeinflusst. Das Umsatzwachstum stammte zu 4% aus organischem Wachstum und zu 5% aus Akquisitionen. Wie bereits berichtet, ist es ein Teil der Strategie der Accell Group durch Akquisitionen Skaleneffekte zu vergrößeren. Da die Fahrradbranche sehr kleinteilig ist, leuchtet mir dieser Ansatz durchaus ein. Insbesondere da ich bisher den Eindruck habe, dass die Akquisitionen preislich ausreichend diszipliniert erfolgen.

Das organische Umsatzwachstum basiert zu einem großen Teil auf dem Boom von Elektrofahrrädern in den Niederlanden und besonders in Deutschland. Diese beiden Länder stehen zusammen für 62% des Umsatzes der Accell Group und Elektrofahrräder machen mittlerweile 31% des Umsatzes des Segments Fahrräder aus.

Die Fremdfinanzierung steht im Jahresvergleich relativ unverändert beim 2,0 fachen EBITDA (Vorjahr 1,9 fach). Für mich ist die Fremdfinanzierung damit akzeptabel und neutral für die Beurteilung der Attraktivität der Aktie. Durch die relativ deutlichen Kursanstieg ist die Bewertung nicht mehr ganz so günstig wie bei meiner Erstbesprechung der Aktie, aber bei einem erwarteten 2012′er KGV von 10,3, einem KCV von 8,7 und einer Dividendenrendite von 4,8% kann man bei einem Wert, der seit Jahren deutliches Wachstum ausweist auch nicht direkt von teuer sprechen.

FAZIT: Auf Basis der Fakten bleibe ich positiv. Das einzige was mich dennoch zweifeln lässt, ist das Erlebnis aus dem letzten Jahr große Kursausschläge zu erleben, ohne dazu Informationen im Netz finden zu können. Der Geschäftsbericht soll am 15. März veröffentlicht werden (dieses update basiert auf der vorab Pressemitteilung). Davor werde ich wohl nicht wieder einsteigen, es sei denn der Markt insgesamt würde überraschend massiv korrigieren. Eigentlich wollte ich gar nicht wieder einsteigen, aber durch dieses update bin ich fundamental eher wieder der Meinung, dass einiges für das Unternehmen spricht.

P.S. Ich überlege schon länger, welche Unternehmen von der Wiedereinführung der D-Mark profitieren oder zumindest unterdurchschnittlich leiden würden. Beim Schreiben dieses updates ist mir klar geworden, dass die Accell Group so ein Unternehmen sein müsste. 62% des Umsatzes werden in den Niederlanden und Deutschland erzielt. Beides Länder deren Währungen vermutlich aufwerten würden, sollte der Euro auseinanderbrechen. Produziert wird hingegen fast ausschließlich in Asien, so dass der Einkauf bei einer Wiedereinführung von Gulden und D-Mark deutlich günstiger werden sollte. Dies könnte entweder die Margen sogar verbessern oder zumindest durch mögliche Preissenkungen stabilisierend auf die Nachfrage wirken.

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