amazon.com

20.8.2011 von admin.

amazon.com hat als online Buchhändler begonnen und das Geschäftsmodell hat einen riesen Sprung gemacht, nachdem sich das Management entschieden hat das Warenangebot auf fast alles zu erweitern und auch anderen Händlern zu ermöglichen die eigenen Plattform zu nutzen. Ebenfalls erfolgreich ist mit amazon mit seinem e-book reader Kindle. Massiv investiert wird wie bei vielen anderen großen IT Unternehmen derzeit in die cloud. amazon ist einer der weltweit größten Vermieter von server space, allerdings sind die Erlöse aus diesem Geschäft derzeit eher noch zu vernachlässigen.

In letzter Zeit habe ich die Dienste von amazon selbst wieder häufiger in Anspruch genommen und war immer sehr zufrieden. Als Aktie interessierte mich das Unternehmen weniger, da ich bekanntlich Technologiewerte tendenziell für überbewertet halte. Nachdem ich zufällig gelesen hatte, dass amazon vor dem aktuellen Kursrutsch an den Börsen mit einem 2011′er KGV von über 100 bewertet wurde, habe ich mich Anfang August dennoch mit dem Unternehmen beschäftigt mit dem Gedanken Put Optionen auf die Aktie zu kaufen.

Die Bilanz von amazon sieht sehr gut aus. Die langfristigen Verbindlichkeiten sind verschwindent gering. Die kurzfristigen Verbindlichkeiten werden durch das kurzfristige Vemögen deutlich überdeckt. Das Wachstum von amazon seit 2006 war beeindruckend. Der freie cash flow konnte um ca. 50% jährlich gesteigert werden. Das net operating income nach US Gaap immerhin noch um rund 38% jährlich. Im Jahr 2010 hat amazon einen freien cash flow von 2,5 Mrd. USD erwirtschaftet. Das Wachstum war zwar beeindruckend, aber um die hohe aktuelle Bewertung zu rechtfertigen, müsste amazon auch in Zukunft weiter kontinuierlich stark wachsen. Ich habe etwas mit den Zahlen herumgespielt und um die hohe Bewertung zu rechtfertigen müsste amazon z.B. ein endloses Wachstum von 20% p.a. Erreichen. Alternativ bin ich von einem degressiven Verlauf des Wachstums ausgegangen, das bei 50% beginnt und nach 10 Jahren bei 10% ausläuft. In beiden Fällen würde amazon im Jahr 2021 einen freien cash flow von mehr als 15 Mrd. USD pro Jahr erwirtschaften. Im Vergleich dazu erzielte der größte stationäre Einzelhändler der Welt Wal Mart im Jahr 2010 einen freien Cash Flow von 14,1 Mrd. USD. Microsoft als Vergleichswert aus der IT Welt erzielte im letzten Geschäftsjahr rund 17 Mrd. USD.

Fazit: Ich halte amazon.com komm für ein sehr gutes Unternehmen, mit einer überzeugenden Strategie und hervorragenden Unternehmenskennzahlen. Auf Basis der überzeugenden Strategie würde ich nicht ausschließen, dass es das Unternehmen tatsächlich schafft in den nächsten Jahren das Niveau von Wal Mart und Microsoft zu erreichen. Daher ist die Bewertung vielleicht gar nicht so absurd gewesen, wie ich spontan gedacht habe. Da die Bewertung aber bereits von einer sehr positiven Entwicklung ausgeht, hat sie in meinen Augen aber keine Luft nach oben mehr. Die Put Option ist allerdings nicht ganz so naheliegend wie ich dachte. Erst Recht nicht nachdem die Kurse an den Börsen eingebrochen sind. Ein Put Optionsschein, der für mich in Frage gekommen wäre, ist in den letzten zwei Wochen bereits um ca. 40% im Wert gestiegen. Die implizite Volatilität liegt bei über 50%. Damit ist die Luft aus dieser Investmentidee erstmal raus. Zu dem Ansatz auch potentiell deutlich überbewertete Unternehme zu analysieren, werde ich aber später zurückkehren.

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