Microsoft

 

10.4.2011 von admin.

ISIN: US5949181045

Microsoft ist ein für seine PC Betriebssysteme und Anwendungssoftware weltbekanntes Unternehmen. Insgesamt verfügt Microsoft über 5 Geschäftsbereiche:

  1. Windows
  2. Server and Tools
  3. Online Services
  4. Microsoft Business Division
  5. Entertainment and Devices Division

Der Bereich Windows ist wie der Name schon andeutet für die PC Betriebssysteme und Internetbrowser zuständig. Daneben gehören auch die weniger bedeutenden Windows Live Internetdienste zu diesem Geschäftsbereich. 80% der Umsätze in diesem Bereich erzielt Microsoft in der Erstausstattung von PCs mit Computerherstellern. Vom aktuellen Betriebssystem Windows 7 hatte Microsoft zum Geschäftsjahresende 2010 (30.06.2010) bereits 175 Mio. Kopien verkauft. Nach Angaben von Microsoft ist Windows 7 damit das am schnellsten verkaufte Betriebssystem aller Zeiten.

Der Bereich Server and Tools bietet Software zum Betrieb von Servern, Softwareentwicklungspakete und dazugehörige Dienstleistungen.

Die Online Services Division betreibt insbesondere Internet Angebote wie Microsofts Suchmaschine Bing und das Portal MSN. Umsätze werden in diesem Bereich primär über Werbeeinnahmen erzielt. Um den Bereich im Wettbewerb mit Google zu stärken ist Microsoft eine Kooperation mit Yahoo eingegangen. Danach nutzt Yahoo künftig die Suchalgorithmen von Bing.

Die Microsoft Business Division steht insbesondere für das Microsoft Office Paket mit den weitverbreiteten Programmen Word, Excel und Powerpoint. 90% der Umsätze dieses Bereichs werden mit dem Office Paket erzielt und 80% des Umsätze erzielt Microsoft in diesem Bereich mit Geschäftskunden. Ähnlich wie Windows 7 ist auch Office 2010 nach Angaben von Microsoft die erfolgreichste Version der Unternehmensgeschichte.

Der fünfte und letzte Geschäftsbereich Entertainment and Devices deckt sowohl die Spielekonsole Xbox 360 inkl. Hardware, Spielen und Internet Angeboten als auch alle Mobilfunk Aktivitäten (Windows Mobile) ab. Ergänzt wird der Bereich durch die Medien Plattform Zune, die in Konkurrenz zum Apple Store steht.

Aktuelle Studien zu Marktanteilen konnte ich im Internet nicht finden, aber alle teilweise älteren Quellen, die ich finden konnte und meine eigene Erfahrung als Nutzer deuten darauf hin, dass Microsoft zumindest bei PC Betriebssystemen und Anwendungssoftware dominiert. Informell zeigt sich die Dominanz für mich auch darin, dass man im 2010’er Geschäftsbericht nicht stolz, wie andere Unternehmen, auf die eigenen Marktanteile verweist, sondern umgekehrt für jeden Geschäftsbereich darlegt welche Konkurrenzprodukte es gibt.

Nach Ansicht von Microsoft ist in der Computerbranche das „cloud computing“, also das bearbeiten und speichern von Daten im Internet statt auf dem eigenen Computer, der nächste große Trend. Im Geschäftsjahr 2010 hat Microsoft USD 8,7 Mrd. für Forschung und Entwicklung ausgegeben, rund 70% davon für Produkte und Dienstleistungen die dem cloud computing zugerechnet werden können.

Im Geschäftsjahr 2010 erreichte Microsoft einen Umsatz von rund USD 62,5 Mrd. Seit dem Geschäftsjahr 2006 wurde der Umsatz jährlich um durchschnittlich 9%. Lediglich im Jahr 2009 ging der Umsatz zurück, in allen anderen Jahren seit 2006 wurde der Umsatz gesteigert. Einen ähnlichen Verlauf zeigt das net income mit einem durchschnittlichen Wachstum seit 2006 von 10%. Im Geschäftsjahr 2010 belief sich das net income auf rund USD 18,8 Mrd.

Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2011 also bis zum 31.12.2010 haben Umsatz und Gewinn im längerfristigen Vergleich überproportional zugenommen. Dies ist unter anderem auf die vielen Umstellungen auf Windows 7 und Office 2010 zurückzuführen und daher m.E. nicht dauerthaft durchzuhalten. Meine Bewertungsüberlegungen beruhen deswegen auf dem längerfristigen Durschnitt und nicht den 18% Gewinnwachstum im ersten Halbjahr 2010/2011 vs. dem gleichen Zeitraum 2009/2010.

Aus den 5 Geschäftsbereichen sind die Windowssparte (28% / 50%), die Serversparte (24% / 21%) und die Business Division mit den Office Anwendungen (30% / 48%) bei Umsatz und Gewinn eindeutig die wichtigsten. Online Services, Smartphones und die X-Box spielen hingegen bisher keine wesentliche Rollle.

Regional ist Microsoft sehr stark auf die USA fokussiert. Rund 58% der Umsätze werden in den USA erzielt und nur 42% im Rest der Welt. Durch das starke Wachstum in den Schwellenländern wird der Anteil des Rests der Welt in Zukunft aber zunehmen.

Von 1990 bis zum zerplatzen der dot com Blase im Jahr 2000 ist der Kurs der Microsoft Aktie von weniger als 1 USD auf knapp 60 USD gestiegen. Ich meine gelesen zu haben, dass sich das KGV der Aktie zeitweise auf bis zu 70 belief. Seit 2001 pendelt der Kurs der Aktie im Wesentlichen zwischen 20 und 30 USD und das obwohl das Unternehmen wie oben gezeigt weitgehend kontinuierlich weiter gewachsen ist. Dementsprechend ist die Aktie von den exorbitanten Bewertungen heute weit entfernt. Das Unternehmen wird aktuell bei einem Kurs von etwa USD 26 mit einem KGV von knapp über 10 bewertet, was eher für Unternehmen typisch ist die wenig bis gar kein Wachstum aufweisen.

Risiken:

Es gab und gibt mehrere Verfahren sowohl in den USA als auch in Europa gegen Microsoft im Zusammenhang mit dem Missbrauch der teilweise marktbeherrschenden Stellung von Microsoft. Darüber hinaus gibt es auch Verfahren mit Konkurrenten z.B. im Bereich Patentverletzungen. Die ausgesprochenen Strafen erreichten schon in der Vergangenheit teilweise die Höhe von mehr als eine Milliarde. Weitere Verfahren könnten also die Cash Position spürbar belasten und die Marktposition schwächen.

Es gibt einen unübersehbaren Trend zu Smartphones und Tablet Computern. In beiden Bereichen ist Apple Marktführer und auch Google ist mit seinem Betriebssystem Android auf dem Vormarsch. Häufig werden diese Geräte zusätzlich zu klassischen PCs angeschafft. Tablets verdrängen aber häufig Netbooks, die bei Microsoft in den letzten Jahren zu zusätzlichem Wachstum gesorgt haben. Es besteht das Risiko, dass die Umsätze von Microsoft in Zukunft auf Grund dieses Trends zumindest weniger stark steigen werden.

Microsoft hat sehr große Liquiditätsbestände und verfügt darüber hinaus mit dem AAA Rating über sehr günstige Refinanzierungsmöglichkeiten. In Anbetracht der fehlenden Erfolge im Smartphone Bereich besteht über das eigentliche oben geschilderte Risiko hinaus das Risiko, dass Microsoft sich zu überteuerten und möglicherweise dennoch nicht erfolgreichen Übernahmen hinreißen lässt. Es wurde in der Presse beispielsweise bereits spekuliert, dass Microsoft nach der bereits verkündeten künftigen Kooperation Nokia vielleicht komplett übernehmen könnte.

Fazit:

Die Bilanz von Microsoft ist überragend stark. Die kurzfristig verfügbare Liquidität ist weit höher als die gesamten Schulden des Unternehmens. Zusätzlich verfügt das Unternehmen über ein AAA Rating und könnte sich so günstig noch mehr Kapital verschaffen. Im PC Bereich ist Microsoft nach wie vor dominierend und in meinen Augen wird dieser Bereich auch in Zukunft eine besondere Cash Cow für Microsoft bleiben. Ich bin nicht Experte genug, um zu überblicken, wie das Cloud Computing die Ertragslage von Microsoft umwälzen könnte, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass dadurch das Wachstum vom hohen aktuellen und durchschnittlichen Niveau der letzten Jahre auf nahezu Null sinken soll. Erst dann wäre die aktuelle Bewertung gerechtfertig. Ich halte die Aktie im Gegensatz dazu momentan für viel zu niedrig bewertet. Die Ursache hierfür scheint mir eine typische zyklische Mode Erscheinung zu sein. Bis 2000 war die Börse wohl der Meinung, dass Microsoft auf dem besten Wege zur Weltherrschaft ist. Keine Bewertung war zu hoch. Heute ist Apple der Liebling der Medien und der Börse während Microsoft weitgehend ignoriert wird. Die starke Bilanz und die Wachstumsraten sprechen dennoch für eine höhere Bewertung. Ich habe meine ersten Aktien für USD 26 pro Stück an der Nasdaq gekauft. Ich kaufe US Aktien nur noch vor Ort, auch wenn sie in Deutschland gehandelt werden. Sollte es jemals zu einer Sammelklage von Aktionären gegen Microsoft in den USA kommen, was ich nicht hoffe, kann man sich so auch als Deutscher beteiligen. Diese Lektion habe ich gelernt, als ich dies als Xerox Aktionär vor einigen Jahren nicht konnte, weil ich die Aktien in Deutschland gekauft hatte, um die Gebühren klein zu halten.

Ein Gedanke zu „Microsoft

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