Opap fällt heute 15%

14.9.2012 von admin

Eigentlich ist es ein ganz guter Börsentag, da sich die Markteilnehmer überwiegend immer noch über die Liquiditätsflut von FED und EZB freuen. Trotzdem musste ich heute Morgen mit Entsetzen, feststellen, dass der Kurs von Opap um 10% gefallen war. Mittlerweile sind es über 15% auf 5,29. Damit sind die schönen Gewinne der letzten 10 Tage komplett wieder verschwunden. Ich habe den ganzen Tag immer mal wieder versucht rauszufinden, warum die Aktie so abstürzt. Gerade habe ich nun wenigstens eine grobe Erklärung auf der Seite von Opap gefunden.

Scheinbar gibt es Presseberichte, dass die Besteuerung von Opap wesentlich erhöht werden soll. Näheres gibt es in der Stellungnahme leider nicht und gefunden habe ich solche Artikel auch nicht. Im Zweifel werden sie in griechisch sein. Das Unternehmen lässt verlautbaren,  dass ihm von einer solchen Änderung der Besteuerung nichts bekannt ist, was  aber natürlich nichts heißen muss.

Ich habe nun mal wieder das Privatanlegerproblem, dass überraschende Neuigkeiten oder Gerüchte schon eingepreist sind, bevor man überhaupt richtig mitbekommt, was überhaupt los ist. Ich werde jetzt nicht panisch verkaufen, aber es gilt bei Opap wieder etwas aufmerksamer zu sein. Vielleicht findet sich ja nächste Woche etwas konkreteres in der englischsprachigen Presse. Außerdem stehen nächste Woche neue Entwicklungen bei dem Gerichtsverfahren vor dem Europäischen Gerichtshof an. Es könnte also bewegte Woche werden für die Opap Aktie.

Dieser Eintrag wurde am 14.9.2012 um 15:42 verfasst und befindet sich in Analysen. Sie können alle Antworten zu diesem Eintrag über den Feed RSS 2.0 mitverfolgen. Hinterlassen Sie eine Antwort oder einen Trackback-Link zu Ihrer eigenen Homepage.

12 Antworten auf “Opap fällt heute 15%”

  1. Dak sagt:
    14.9.2012 bei 20:28

http://content-aka.imerisia.gr/pegasus/Multimedia/pdf/D_12-09-14_id3302448.pdf

Es wird eine 30% Abgabe (bezogen auf was?) befürchtet.

  1. admin sagt:
    17.9.2012 bei 09:55

Ich habe hier jetzt auch noch mal was gefunden, was den anderen Link bestätigt.

http://www.bloomberg.com/news/2012-09-14/opap-drops-most-in-11-years-on-higher-tax-report-athens-mover.html

Diskutiert bzw. von der EU gefordert wird wohl eine Steuerrate von 30% auf den gross Profit, also Umsatz abzgl. Gewinnauszahlungen an die Spieler abzgl. Verkaufsprovisionen. Im ersten Halbjahr 2012 lag diese Steuerquote bei rund 17%. Eine 30%’ige Steuerquote würde den Gewinn nach Steuern etwa halbieren. Das wäre tatsächlich mal eine dramtisch schlechte Nachricht, die einen solchen Abschlag rechtfertigen würde. Danach wäre das KGV nicht mehr im Bereich von (unter) 4 sondern im Bereich zwischen 7 und 8. Per se natürlich für so ein Unternehmen auch nicht hoch, aber der Risikopuffer für alle anderen mit Griechenland verbundenen Risiken würde dann natürlich sehr klein.

Nachdem der Markt nun schon heftig reagiert hat, warte ich trotzdem erstmal noch etwas ab. Ich traue den Griechen zu, dass sie am Ende wieder die EU Forderungen nicht 1:1 umsetzen. Die Argumente für die Opap Aktie wackeln in meinen Augen trotzdem bedenklich.

  1. dak sagt:
    17.9.2012 bei 21:42

hm,

die Steuerrate 2010 bezogen auf den Gross Profit war schon bei 30% und es wurde trotzdem ein Gewinn von 575 Mio oder 1,80 per share erzielt.

die Steuerrate 2011 lag bei 19% und der Gewinn lag bei 537 Mio oder 1,68
mit 30% wären dann 445 Mio oder 1,39 per share erzielt worden.

  1. admin sagt:
    19.9.2012 bei 10:54

Opap fällt heute schon wieder um 14% auf nur noch 4,60 pro Aktie. Nach der einzigen Nachricht, die ich bis jetzt finden konnte, hat der Finanzminister angekündigt die Steuern auf die Gewinne aus den Glückspielautomaten zu erhöhen. Das klingt für mich nach einer anderen, eingeschränkteren Steuererhöhung als die oben diskutierte. Ich bin aber absolut nicht sicher, ob das nun ersatzweise oder zusätzlich diskutiert wird.

Ich bin hin und her gerissen zwischen nachkaufen und verkaufen und werde deshalb erstmal weiter abwarten. Außerdem stehen diese Woche auch noch Entwicklungen bei dem Verfahren vor dem Europäischen Gerichtshof an, die meine Meinung vielleicht in die eine oder andere Richtung verändern werden.

http://www.xe.com/news/2012-09-19%2004:47:00.0/2935465.htm

  1. admin sagt:
    19.9.2012 bei 16:21

Scheibchenweise findet man nun wieder etwas konkretere Berichte. Hiernach:
http://www.bloomberg.com/news//2012-09-19/opap-drops-most-in-stoxx-600-on-greek-tax-hikes-athens-mover.html

konkretisiert sich die 30%’ige Steuer auf den Gross Profit. Die Steuer auf die Glückspielautomaten könnte sogar noch höher ausfallen,falls die Gewinne besonders hoch sind. Die Gewinnreduzierung dürfte durch die beiden Abstürze mehr oder weniger im Kurs verdaut sein (aktuell nur noch 4,37), so dass das nun für mich auch kein Grund mehr ist zu verkaufen. Das Potential nach oben ist jetzt aber stärker begrenzt als zuvor, ich werde also bei niedrigeren Kursen an einen Verkauf denken als zuvor. Ich habe mir aber noch keine Meinung gebildet welches Niveau das sein könnte.

  1. chaka sagt:
    19.9.2012 bei 21:28

Bei dem Verfahren vor dem EGH geht es vor allen Dingen um die Ungleichbehandlung von Online Glückspielanbietern und den Landbasierten Glückspielanbietern (OPAP). Die Online Anbieter müssen bereits die 30% Spielsteuer zahlen.
Die 30% Glückspielsteuer auf den Gross Profit hätten den Vosteuergewinn in 2011 um 255 Mio von 699 Mio. auf 444 Mio reduziert. Nach Steuern wären damit 341 Mio übrig (statt 537 Mio).
Die neu aufgelegte Gewinnsteuer für die Spieler in Höhe von 10% dürfte die Umsätze negativ beeinflussen. Kann aber noch nicht abschätzen wie hoch der Einfluss ist.

In 2013 und 2014 muß OPAP Investionen für die 16500 VLTs in Höhe von mindesten 400 Mio € tätigen (Erweiterung bzw. Neubau von Spielhallen, Kosten für die Aufstellung, Server zum vernetzen usw.)
Ende 2013 werden 75 Mio als Abschlußrate für die Lizensgebühren der VLts fällig. Außerdem muß der Bankkredit bis Ende 2014 zurückgezahlt werden. Insgesamt rund 750 bis 800 Mio an Mittelbedarf.

Durch die Sondersteuer auf die Gross Profits von 30% und die Gewinnsteuer von 10% (Bisher waren Gewinne bis 100 € steuerfrei).
wird in den Jahren 2013 und 2014 keine Dividentenzahlung möglich sein.

  1. admin sagt:
    20.9.2012 bei 09:01

Wenn es beim EUGH im Wesentlichen nur um die Steuer geht, kann ja wenigstens von dort nicht noch mehr Ungemach kommen. Ich hatte es bis jetzt so verstanden, dass es um das Monopol als solches geht.Wenn das kassiert würde, wäre das ja noch mal ein Desaster.

Bezüglich der verhältnismäßig geringen Besteuerung der Spielgewinne würde mich interessieren, ob es dazu aus anderen Ländern Studien gibt, die das untersucht haben. Ich bin eher optimistisch, dass das den Umsatz kaum tangieren wird, denn Spieler rechnen doch sowieso nicht richtig ihre Chancen aus. Ob der Gewinn, wenn er denn kommt 10% höher oder niedriger ist dürfte da nicht viel vom Reiz des Spiels nehmen. Werde bei Gelegenheit mal schauen, ob ich dazu was finden kann.

  1. chaka sagt:
    20.9.2012 bei 13:13

In GR ist rund die Hälfte des Glücksspiel illegal. Die 10% Steuer auf die Gewinne wird noch mehr Spieler zu den illegalen Wettanbietern treiben. Die HR rechnet nach Einführung der 10% Gewinnsteuer auch auf Beträge unter 100 € mit einem Steueraufkommen von rund 350 Mio. € pro Jahr. Zur Zeit werden rund 60 Mio. € eingenommen.

Das wird die Umsätze und damit auch die Gewinne von OPAP negativ beeinflussen.

  1. chaka sagt:
    20.9.2012 bei 13:17

In DE müssen Gewinne aus Glückspiel (Lotto, Spielautomaten) überhaupt nicht versteuert werden.

  1. chaka sagt:
    20.9.2012 bei 14:13

Das Monopol von OPAP kann auch noch durch den EuGH fallen.
http://www.isa-guide.de/isa-law/articles/33966.html

  1. admin sagt:
    20.9.2012 bei 14:52

Habe den letzten Kommentar erst gesehen, als ich schon den neuen Beitrag zu Opap geschrieben hatte. Genau um dieses Verfahren ging es mir in den vorherigen Kommentaren und genau auf diesen Entzug des Monopols scheint es jetzt hinauszulaufen.

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