Opap

5.2.2011 von admin.

Greek Organisation of Football Prognostics S.A.

ISIN GRS419003009

OPAP oder auch Greek Organisation of Football Prognostics S.A. ist die größte griechische Gesellschaft für Lotto und Sportwetten. Größter Aktionär ist derzeit mit 34% noch der griechische Staat wobei gemäß Presseberichten eine weitere Privatisierung der Gesellschaft diskutiert wird, da sie dem griechischen Staat leicht erhebliche Mittel in die Kasse bringen würde, die in der Finanzkrise so dringend gebraucht werden. (http://www.onlinecasinospiegel.de/playtech-grunder-wollen-ein-stuck-von-opap-612.html)

Opap verfügt seit dem Jahr 2000 über eine zwanzigjährige, exklusive Lizenz Lotto und andere Glücksspiele sowie Sportwetten in Griechenland anzubieten. Diese werden über ein Netz von etwa 5.000 Agenturen in ganz Griechenland angeboten. Es gibt Bestrebungen der griechischen Regierung zusätzliche Lizenzen für Glücksspiele und Sportwetten im Internet zu vergeben. Zum einen könnte dies zusätzliche Konkurrenz für Opap bedeuten, geht man jedoch davon aus, dass es Opap gelingen wird auch bei diesen Lizenzen, wenn auch nicht exklusiv, zum Zuge zu kommen, bietet das Internet für den etablierten Anbieter auch weitere Wachstumschancen. Der inoffizielle (illegale) Wettmarkt in Griechenland ist laut Schätzungen genauso groß wie der bisherige Umsatz von Opap. Während das Internet für das Unternehmen zusätzliche Chancen bietet ist es für die Agenturen eine Bedrohung. Diese haben bereits mit Streiks gedroht, um ihr Monopol zu erhalten. (http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2010-09/18071223-opap-agents-mull-strike-over-exclusivity-rights-020.htm)

Opap ist einer der größten Wett- und Glückspielanbieter in Europa. Die Größe ergibt sich allerdings rein aus dem Monopol in Griechenland sowie Aktivitäten auf Zypern. Internationale Expansionspläne gibt es laut dem Geschäftsbericht 2009 nicht.

Der Umsatz in den ersten neuen Monaten 2010 ging im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2,4% zurück. Das EBITDA konnte das Unternehmen hingegen trotz rückläufigem Umsatz leicht um 0,4% steigern. Der Gewinn nach Steuern ging um 17,7% zurück was auf erhöhte Steuerbelastungen zurückzuführen ist. Ohne diese zusätzliche Steuerbelastung wäre der Gewinn um 1,1% gestiegen. Die gleiche Begründung gilt für den um 15,6% gesunkenen operativen Cash Flow. Operativ vor Steuern zeigt das Unternehmen also trotz der Krise in Griechenland eine beruhigende Stabilität.

Seit 2008 betrachtet ist sowohl der Gewinn je Aktie als auch der Cash Flow pro Aktie um fast 40% gesunken. Geht man davon aus, dass sich dieser Trend fortsetzt, ist die Aktie natürlich selbst bei einem aktuellen KGV von unter 10 unattraktiv. Geht man, wie ich, eher davon aus, dass dieses Niveau den krisenbedingten Boden bildet, besteht ein erheblicher Spielraum nach oben sollte das Gewinnniveau von 2008 wieder erreicht werden. Da sich der Kurs der Aktie von den Höchstständen mehr als halbiert hat, erwirtschaftet das Unternehmen selbst auf dem heutigen Niveau genügend Cash um bei einer Ausschüttungsquote von etwa 90% des operativen Cash Flows eine Dividendenrendite von über 8% darzustellen.

Sehr attraktiv ist in meinen Augen die Bilanzstruktur des Unternehmens. Die liquiden Mittel machen 55% der Bilanzsumme aus, während das Anlagevermögen nur ca. 26% beträgt. Langfristige Finanzverbindlichkeiten machen weniger als 7% der Bilanzsumme aus, so dass dem Unternehmen aus einer Bankenkrise kein Ungemach drohen kann. Die mit Abstand größten Verbindlichkeiten machen zu zahlende Steuern aus. Der Eigenkapitalanteil beträgt über 50%.

 

Ähnliche Argumente haben HSBC am 10. Januar 2011 dazu veranlasst das Kursziel für Opap auf 18 Euro zu erhöhen (http://english.capital.gr/news.asp?id=1113535)

 

Risiken:

Obwohl der griechische Staat der größte Aktionär ist, besteht das Risiko, dass die Gewinne durch weitere Steuererhöhungen oder durch zusätzliche Lizenzgebühren geschmälert werden. Nach einer gerüchteweise geplanten weiteren Privatisierung würde dieses Risiko tendenziell größer werden, da der Staat als Aktionär immer weniger vom Erfolg der Gesellschaft profitieren würde. Eine Platzierung von Aktien an der Börse könnte den Kurs außerdem weiter belasten.

Ein Austritt Griechenlands aus dem Euro ist zwar kein spezifisches Opap Risiko, dennoch wäre dies ein unerfreuliches Szenario, da eine „new Drachme“ kaum sehr stabil sein dürfte. Unabhängig von den Fundamentaldaten wäre in diesem Fall wohl ein sofortiger Ausstieg empfehlenswert.

Weiter anhaltende konjunkturelle Schwierigkeiten im Land können dazu führen, dass die Griechen noch weniger Geld für Glückspiele aller Art ausgeben und das Ergebnis entsprechend wie seit 2008 gesehen weiter zurückgeht.

EineLiberalisierung der Glückspiele, die das Monopol von Opap beendet, könnte den Marktanteil erheblich reduzieren. Andererseits zeigen die Ex-Monopolisten in anderen Branchen wie Energie und Telekom, dass es dem Ex-Monopolisten häufig über lange Zeit gelingt sehr erhebliche Marktanteile zu verteidigen.

 

FAZIT: Ich halte Opap für ein Unternehmen mit einem lukrativem Geschäftsmodell, solider Finanzierung, sehr attraktiver Dividendenrendite und Kurserholungspotential sobald sich die Krise in Griechenland legt. Ich habe in mehreren Tranchen Aktien zu einem Durchschnittskurs von 14,54 erworben.

 

Wer, wie ich, in diesen Wert investieren möchte und die Order in Deutschland platziert, sollte ein Limit setzten, da hier die Umsätze recht überschaubar sind.

 

3 Antworten auf “OPAP”

  1. Manfred Michelfelder sagt:
    6.8.2012 bei 17:32

Hallo, hatte soeben Ihren Bericht über OPAP gelesen aus dem hervorgeht dass Sie mehrere Tranchen zu einem Durchschnittskurs von 14,54 gekauft haben.
Wie man ganz offensichtich erkennt war der Einstieg etwas verfrüht, dennoch würde mich interessieren ob Sie Kurse um 5€ attraktiv halten oder ob Sie der Aktie schon den Rücken gekehrt haben.
Trotzdem dickes Lob für Ihre Mühe den Bericht zu erstellen.

Freundliche Gruesse an Sie

  1. admin sagt:
    7.8.2012 bei 09:08

Ganz klar im nachhinein war mein Einstieg viel zu früh. Ich tue mich allerdings auch immer schwer zu erwarten, dass ein solides Unternehmen irgendwann für ein KGV von 2 oder 3 gehandelt wird. Sie haben hier meinen ersten Bericht über Opap kommentiert. Ich habe auch weiter über meine Sicht auf Opap berichtet. Einfach mal Opap in die Suche eingegben. Den letzten Bericht finden Sie hier:

http://value-shares.de/archives/71

Momentan liegt mein Durchschnitt bei 7,76, da ich vor dem ganz großen Absturz einiges verkauft hatte und später wieder eingestiegen bin. Unter Berücksichtigung der Dividenden liegt mein Durchschnitt bei 6,48.

Ich kaufe um die 5 Euro aktuell nicht nach, aber hauptsächlich, weil ich mein Griechenland Exposure nicht zu sehr nach oben treiben möchte. Denn das politische Risiko bleibt schwer einzuschätzen. Hinzu kommt das Risiko, dass das Monopol von Opap vor dem Europäischen Gerichtshof angegriffen wird. Ansonsten ist Opap in meinen Augen auch bei um die 5 Euro ein klarer Kauf.

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