Vale – Update 3. Quartal

25.10.2012 von admin

Vale hat gestern die Zahlen für das 3. Quartal vorgelegt. Im August hatte ich schon nach den Halbjahreszahlen beschlossen trotz eines optisch sehr niedrigen KGV nicht nachzukaufen, da sinkende Preise schnell weiter zu sinkenden Gewinnen und damit steigender Bewertung führen können. Aktuell liegt der Kurs knappe 10% niedriger und das KGV liegt trotzdem nicht mehr um die 6 sondern bei knappen 8. Meine Skepsis war also richtig.

Der Umsatz von Vale ist im 3. Quartal im Vergleich zum zweiten Quartal um knapp 10% zurückgegangen. Der Hauptgrund dafür waren mal wieder gesunke Preise für das wichtigste Produkt Eisenerz. Der durchschnittliche Verkaufspreis für Eisenerz ging um 19% auf rund USD 84 pro Tonne zurück. Der netto Gewinn der ersten 9 Monate ist im Vergleich zum Vorjahr sogar um zwei Drittel zurückgegangen. Dennoch lagen die Investitonen in den ersten 9 Monaten um 8% höher als im Vorjahr. Das liegt daran, dass bereits begonnene Projekte zu Ende geführt werden, was sicherlich sinnvoll ist. Neue Projekte werden hingegen nur noch deutlich selektiver angegangen und das Management geht davon aus, dass die Investitionen in den kommenden Jahren niedriger ausfallen werden als 2012.

FAZIT

Insgesamt hat Vale für mich wenig überraschendes berichtet. Deshalb habe ich den Quartalsbericht dieses Mal Teil auch nicht so detailliert gelesen wie sonst. Ich bleibe bei meiner Meinung, dass Vale ein gut geführtes und solide finanziertes Unternehmen ist (EK Quote im 3. Quartal 62%). Die Branche ist allerdings konjunkturabhängig und zyklisch. Gerade die Zyklizität, die durch die langen Vorlaufzeiten mit verursacht wird, sprach für mich in den letzten Jahren immer für Rohstoffwerte, denn auf eine steigende Nachfrage kann das Angebot nicht schnell reagieren. Wenn 2012 die Spitze der Investionen darstellt, könnte das bedeuten, dass eine längere Phase niedriger Preise beginnt. Die Kapizitäten wurden über Jahre gesteigert bzw. werden noch gesteigert. Gleichzeitig ist ein Weltwirtschaftswachstum wie in der letzten Dekade derzeit nicht in Sicht und das kann schnell zu einem umgekehrten Preisdruck führen. Vale ist der Meinung, dass beim Eisenerz schon auf dem aktuellen Niveau einige Anbieter ihre Kosten kaum noch decken können und bei weiter sinkenden Preisen die Produktion einstellen würden. Ich kann nicht beurteilen wie Finanzstarkt diese Konkurrenten sind und ob diese unter Vollkostenrechnung oder bereits unter Deckungsbeitragsgesichtspunkten an der Grenze arbeiten.

 

 

So oder so ist Vale so stark aufgestellt, dass es meiner Meinung nach auch eine längere negative Phase überstehen würde, aber der Kurs der Aktie würde sicherlich nicht gerade steigen. Ich bleibe deshalb erstmal bei meiner interessierten aber abwartenden Haltung und halte weiter die wenigen Aktien, die ich derzeit habe.

Dieser Eintrag wurde am 25.10.2012 um 11:17 verfasst und befindet sich in Analysen. Sie können alle Antworten zu diesem Eintrag über den Feed RSS 2.0 mitverfolgen. Hinterlassen Sie eine Antwort oder einen Trackback-Link zu Ihrer eigenen Homepage.

2 Antworten auf “Vale – Update 3. Quartal”

  1. Makrointelligenz sagt:
    29.10.2012 bei 14:47

Ich glaube, dass Rohstoffaktien schwere Zeiten bevorstehen könnten. Der Grund ist, dass durch die niedrigen Realzinsen ein großer Teil zukünftiger Preissteigerungen schon vorweggenommen wurde. Anders formuliert macht spekulative Hortung mehr Sinn, wenn es keine besonders attraktiven Anlageformen gibt, die den Förderer dazu bewegen könnten jetzt zu fördern und nicht später. Die Forwardkurven deuten den geringen erwarteten Anstieg schon an und in einigen Bereichen herrscht sogar eine temporäre Knappheit und sinkenden Preise sind zu erwarten. Zur Logik dazu ist dieser Link interessant ;):
http://makrointelligenz.blogspot.de/2012/10/die-realwirtschaftlichen-auswirkungen.html

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