Gagfah verkauft Dresden Portfolio nicht

Gagfah hat heute eine Pressemitteilung herausgegeben, dass man das Dresdner WOBA Wohnungsportfolio nicht verkaufen sondern refinanzieren wird. Die bestehende Finanzierung läuft am 15. Mai 2013 aus und man geht davon aus, die neuen Verträge rechtzeitig davor abschließen zu können.

Solange der Preis stimmt, bin ich grundsätzlich leidenschaftslos, wenn sich ein Unternehmen entscheidet zu schrumpfen. In diesem Fall entsprachen die angebotenen Kaufpreise „ungefähr dem Buchwert des WOBA Portfolios“. Das WOBA Portfolio oder zumindest Dresden als Standort ist vielleicht höher einzuschätzen, als viele Standorte des restlichen Gagfah Portfolios in Nordrhein-Westfalen, trotzdem sind die abgegebenen Angebote ein positives Indiz dafür, dass der aktuelle Abschlag der Börsenbewertung auf den NAV zu hoch ist.

Ein weiteres Indiz dafür ist der erfolgreiche Börsengang der LEG in der letzten Woche. Denn deren Aktien wurden zum einen Kurs platziert, der in der Nähe des NAV lag. Ich habe kurz versucht mir einen Eindruck vom LEG Portfolio zu verschaffen, bin aber nicht sehr weit gekommen. Da hier auch Wohnungen aus dem öffentlichen Bestand übernommen wurden, kann ich mir allerdings nicht vorstellen, dass die Qualität der Objekte sehr viel besser sein kann, als die von Gagfah. Die Standorte befinden sich fast ausschließlich in Nordrhein-Westfalen, so dass ich da auch keinen entscheidenden Unterschied erkennen kann. Die LEG hat allerdings eine wesentlich höhere Eigenkapitalquote als Gagfah.

Interessant finde ich die Pressemitteilung auch im Hinblick an die immer noch ausstehende Refinanzierung des ursprünglichen Gagfah Portfolios. Der Verkauf des WOBA Portfolios hätte Eigenkapital freigesetzt. Das man auf diesen Verkauf nun verzichtet, werte ich als weiteres positives Indiz dafür, dass das Management sehr zuversichtlich ist auch diese große Refinanzierung erfolgreich zu meistern ohne dieses Eigenkapital zu benötigen.

Zusätzliche Phantasie bekommt die Gagfah durch Gerüchte in den letzten Wochen, dass die Deutsche Wohnen AG dabei sei, ein Übernahmeangebot für die Gagfah vorzubereiten. Wie viel an diesen Gerüchten dran ist, kann ich nicht beurteilen, aber schädlich sind sie jedenfalls nicht.

FAZIT

Der Markt hat die neuen Nachrichten von Gagfah positiv aufgenommen und der Kurs steigt heute um 2,7% auf EUR 9,40. Ich teile diese positive Einschätzung und werde weiterhin abwarten und auf positive Nachrichten bezüglich der großen Refinanzierung hoffen.

Ein Gedanke zu „Gagfah verkauft Dresden Portfolio nicht

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