Buch: Landgrabbing – Der globale Kampf um Grund und Boden von Fred Pearce

Land- und forstwirtschaftliche Flächen sind klassische Sachwertinvestitionen und ich hätte schon seit längerem selber gerne welche. Für Privatinvestoren ist das allerdings schwierig umzusetzen, da Flächen schwer zu finden sind, die Auswahl know-how erfordert und eine finanziell sinnvolle Größe relativ viel Kapital erfordert. Hedge Fonds, reiche Einzelpersonen und ganze Staaten haben diese Probleme nicht und suchen weltweit nach Agrarflächen. Mit diesem ethisch, ökologisch und wirtschaftlich problembehafteten Trend beschäftigt sich das Buch Landgrabbing, das ich gerade gelesen habe.

Autor

Fred Pearce ist Autor und Journalist im Bereich Umwelt und Entwicklungspolitik. Er wurde 1951 in Großbrittannien geboren und beschäftigt sich seit den 80’er Jahren mit Umweltthemen.

Inhalt

Wie der Titel schon nahelegt, sieht der Autor den Trend das einzelne Firmen und Personen, insbesondere ausländische, die Kontrolle über große Flächen (teilweise mehrere hundertausend Hektar) übernehmen sehr kritisch. Denn so werden häufig ursprüngliche Naturlandschaften unwiederbringlich zerstört und die urspüngliche Bevölkerung wird vertrieben. Verursacht werden diese Probleme von korrupten / unfähigen Politikern auf nationaler und lokaler Ebene sowie von Investoren, die dies ausnutzen. Die Investoren haben dabei nicht immer das Ziel Gewinne zu erwirtschaften. Es handelt sich auch um Stiftungen und Personen, die riesige Landstriche aufkaufen, um sie in ihrem natürlichen Zustand zu erhalten. Sie sorgen teilweise trotzdem für Probleme, da die Natur, die sie erhalten wollen, eine Natur ohne Menschen ist, d.h. auch in diesem Parks werden die Einheimischen häufig verdrängt.

Ich habe die inhaltlichen Themen das Buchs jetzt sehr stark zusammengefasst. Das Buch selbst ist geographisch aufgebaut. Einzelne Länder werden in einzelnen Kapiteln dargestellt, wobei sich die oben angerissenen Probleme in unterschiedlicher Konstellation immer wieder wiederholen.

FAZIT

Das Buch zeigt ernste Probleme auf, trotzdem muss man es in meine Augen nicht unbedingt lesen. Der Autor geht weltweit über 20 Länder durch und beschreibt jeweils konkrete Fallbeispiele. Er bleibt aber weitgehend in der Beschreibung stecken und so wird das Buch für meinen Geschmack schon nach den ersten Kapiteln zäh, weil sich das Schema in Variationen immer wieder wiederholt. Möglichkeiten es besser zu machen, werden nur angedeutet und Gerechtigkeitsfragen nur an der Oberfläche diskutiert. Der Autor vertritt weitgehend seine Ansicht, dass die ursprünglichen Bewohner das Recht auf das Land haben, egal wie wenige Bewohner und wie groß die beanspruchte Fläche. Hier hätte ich mir eine differenziertere Analyse der denkbaren Möglichkeiten der betroffenen Länder gewünscht. Ohne Korruption und bei einer effektiven Besteuerung der Investoren wäre es ja z.B. zumindest denkbar, dass das gesamte Land oder auch die Gemeinde mit ausländischen Investoren besser da steht als zuvor.

 

2 Gedanken zu „Buch: Landgrabbing – Der globale Kampf um Grund und Boden von Fred Pearce

    1. Value Mario Artikelautor

      Danke für den Tip. Die muss mich mir mal anschauen, auch wenn die Kursentwicklung ja auf den ersten Blick nicht auf ein Schnäppchen schließen lässt.

      Holmen kenne ich, habe ich mir vor längerem auch schon angeschaut. Wenn ich es noch richtig zusammen bekomme, war mir der Anteil vom Wald am Gesamtvermögen zu klein. Das gleiche Problem hatte ich auch schon bei UPM Kymene. Diese Papierhersteller haben zwar relativ große Wälder, brauchen aber für die Papierproduktion noch mehr Holz als sie selber „produzieren“ und würden deshalb von steigenden Holzpreisen nicht unbedingt profitieren. Außerdem ist Papier kein ganz einfacher Markt. Trotzdem schließe ich das nicht ganz aus, komme nur nicht dazu, da immer am Ball zu bleiben.

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