Gagfah wird von der Deutsche Annington übernommen

aktueller Kurs: 17,89 EUR

Gagfah und die Deutsche Annington haben am 01.12. bekannt gegeben, dass sie einvernehmlich zusammengehen wollen. Dazu unterbreitet Annington ein Angebot in bar und eigenen Aktien. Für 14 Gagfah Aktien bekommt man EUR 122,52 sowie 5 Annington Aktien. Zum aktuellen Annington Kurs entspricht das etwas mehr als EUR 18 pro Gagfah Aktie. Das sind 16% Aufschlag auf einen Kurs, der inzwischen ohnehin schon über dem NAV notierte. Was werde ich nun tun?

Ich sehe 3 Handlungsoptionen:

  • Das Angebot annehmen und Annington Aktionär werden
  • Die Gagfah Aktien zum aktuellen Kurs verkaufen
  • Abwarten und auf ein besseres Angebot hoffen

Die erste Option bedingt natürlich eine Meinung zum Immobilienportfolio der Annington und der Bewertung der Aktie. Ich versuche hier mal einen ersten Überblick.

Wohnungsportfolio der Deutsche Annington

Die Deutsche Annington hat einen ähnlichen Hintergrund wie die Gagfah. Vor dem Börsengang stand auch hinter der Annington eine Private Equity Gesellschaft, in diesem Fall Terra Firma Capital Partners. Terra Firma ist im Mai dieses Jahres ausgestiegen, in dem die restlichen Anteile an die eigenen Fondsinvestoren weitergegeben wurden. Das aktuelle Wohnungsportfolio umfasst rund 174.000 Wohnungen. Die durchschnittliche Miete am 30.09.2014 belief sich auf 5,59 EUR pro m2 bei einem Leerstand von 3,6%. Das ist beides ein wenig besser als bei der Gagfah, aber doch so ähnlich, dass die Objekte gut zusammenpassen dürften.

Geographische Schwerpunkte sind die Rhein/Ruhr Region, das Rhein-Main Gebiet sowie Berlin. Auch das passt zum Portfolio der Gagfah, so dass sich hier möglicherweise operative Synergien heben lassen. Möglicherweise schreibe ich deswegen, weil beide auch schon vor der Fusion nicht gerade klein waren und seit Jahren versuchen die operativen Kosten zu drücken. Irgendwann dürften die Skaleneffekte ein Ende haben, so dass ich nicht sagen kann, wie viel die Fusion bringen wird.

Bewertung der Annington Aktie

Nach eigener Angabe des Unternehmens belief sich der NAV der Aktie zum 30.09.2014 auf EUR 21.21. Auf den ersten Blick enthält die Bilanz nichts Wesentliches, was ich korrigieren würde. Der aktuelle Kurs ist mit EUR 25,85 um 22% höher. Vor dem Übernahmeangebot hatte die Gagfah nur einen Aufschlag von rund 10% auf den NAV.

Das auf den für 2014 erwarteten Gewinn bezogene KGV beläuft sich auf 22 und die Dividendenrendite auf 3%.

Steuern

Meine Gagfah Aktien habe ich alle vor der Einführung der Abgeltungssteuer gekauft. Der mögliche steuerfreie Verkauf ist ein Grund warum ich die Position bisher weiterlaufen ließ. Wenn ich das Thema hier auf die Schnelle richtig recherchiert habe, würden die Annington Aktien im Tausch bei mir weiter als Altbestand gelten, allerdings würde die Barkomponente als Dividende behandelt und damit der Abgeltungssteuer unterliegen

Fazit

Die Deutsche Annington und Gagfah haben einen ganz ähnlichen Hintergrund und sehr ähnliche Wohnungsportfolios. Insofern macht ein Zusammenschluss durchaus Sinn. Die Bewertung der kombinierten Annington / Gagfah ist allerdings ziemlich sportlich. Da der Boom bei deutschen Immobilien meiner Meinung nach noch nicht vorbei ist und es so wenige Alternativen gibt, könnte man überlegen das Übernahmeangebot anzunehmen und die dann verkleinerte Position weiterlaufen zu lassen. Ein Value Investment ist das allerdings in meinen Augen nicht mehr. Deshalb nehme ich die Annington erstmal nur auf meine Watchlist und kaufe sie vielleicht später mal.

Mit meiner steuerlichen Position ist ein Verkauf wohl das einzig richtige. Ein bisschen warte ich noch, aber momentan fällt mir kein Grund ein, warum es noch mal zu einem wesentlich höheren Preis kommen sollte. Die Übernahme ist einvernehmlich und die Bewertung schon ziemlich hoch.

3 Gedanken zu „Gagfah wird von der Deutsche Annington übernommen

  1. Pingback: Aus anderen Finanzblogs – KW 49/2014 u.a. mit Zalando, Deutsche Bank, Vossloh, Apple, Gagfah, Annington, | Kapitalmarktexperten.de

  2. Pingback: Kleine Presseschau vom 4. Dezember 2014 | Die Börsenblogger

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