Diana Shipping: Preferred Shares

WKN: A1XFR8

aktueller Kurs: 10,81 USD

Über Diana Shipping schreibe ich hier seit Februar 2013. Bisher ging es immer um die klassischen Stammaktien. Nach meinem letzten Artikel bekam ich den Hinweis, dass meine Bewertung einen ärgerlichen Fehler enthielt. Gleichzeitig bekam ich aber den wertvollen Hinweis, mir die Preferred Shares mal wieder näher anzuschauen.

Preferred Shares sind grundsätzlich Vorzugsaktien. Ich werde in diesem Fall aber weiter den englischen Begriff verwenden, denn nach dem deutschen Verständnis entsprechen diese Aktien eigentlich eher einer Hybridanleihe. Der Unterschied besteht darin, dass diese Aktien eine feste Dividende aufweisen und vom Unternehmen nach einer Mindestlaufzeit einfach gekündigt und zurückgezahlt werden können. Deutsche Vorzugsaktien weisen hingegen nach meiner Erfahrung nur eine relativ zu den Stammaktien höhere Dividende auf und können vom Unternehmen nach dem deutschen Aktienrecht auch nicht so ohne weiteres gekündigt/eingezogen werden.

Rendite

Ich hatte mir die Preferred Shares Mitte letzten Jahres schon mal angeschaut. Da standen sie allerdings noch in etwa beim Nominalwert von USD 25 pro Aktie. Wertzuwachspotential war damals nicht gegeben und so habe ich den Gedanken wieder ad acta gelegt. Der Schlusskurs in New York gestern Abend lag allerdings bei USD 10,81, so dass man mehr als 100% Gewinn machen würde, wenn die Aktien gekündigt und zurückgezahlt werden sollten.

Während man auf diesen Gewinn wartet, wird man mit einer festen Dividende von 8,875% p.a. auf den Nominalwert belohnt, die quartalsweise gezahlt wird. Auf den aktuellen Kurs entspricht das einer Dividendenrendite von rund 20%.

sonstige Konditionen

Die Laufzeit ist grundsätzlich unendlich. Ab dem 14.02.2019 kann Diana Shipping die Preffered Shares kündigen und muss dann im Gegenzug USD 25 pro Aktie zahlen. Das wird man sicherlich nur dann tun, wenn die Schifffahrtskrise bis dahin vorbei ist und wenn das Zinsniveau nicht derart gestiegen ist, dass die garantierte Dividenden plötzlich wie eine günstige Finanzierung wirkt.

Die garantierte Dividende kann vom Unternehmen ausgesetzt aber nicht gestrichen werden. Ausgesetzte Dividenden müssen später nachgeholt werden. Eine Dividende auf die Stammaktien darf erst wieder gezahlt werden, wenn keine Dividenden auf die Preffered Shares mehr ausstehen. Während die Dividenden ausstehen werden sie allerdings nicht verzinst.

Im Insolvenzfall sind die Preferred Shares nachrangig zu allen Verbindlichkeiten aber vorrangig gegenüber den Stammaktien.

Grundsätzlich haben die Preferred Shares keine Stimmrechte, aber es gibt Ausnahmen:

  • Die Preferred Shareholder können einen eigenen Director bestimmten, wenn mindestens 6 Quartale die Dividende aussteht
  • Die Satzung kann nur mit Zustimmung von 2/3 der Preferred Shareholder geändert werden
  • Wenn Dividenden ausstehen können gleichrangige Aktien nur mit 2/3 Zustimmung der Preferred Shareholder ausgegeben werden. Vorrangige Aktien können immer nur mit 2/3 Zustimmung der Preferred Shareholder ausgegeben werden. Stammaktien und Fremdfinanzierungen können hingegen ungehindert ausgegeben bzw. aufgenommen werden.

FAZIT

Im Gegensatz ist zu den Stammaktien ist das Kurspotential der Preferred Shares mehr oder weniger gedeckelt. Wesentlich über 25 USD dürften sie nicht steigen, auf dem aktuellen Niveau entspricht das aber dem 2,3 fachen des aktuellen Kurses. Hinzu kommt die üppige Dividendenrendite von rund 20%. Für die Deckelung erhält man den Vorteil, dass das Stammkapital vorrangig haftet. Mit der www.vesselsvalue.com Bewertung der Flotte, ohne die Werte für Diana Containerships komme ich (ansonsten mit Zahlen vom 30.09.2015) auf eine Eigenkapitalquote von rund 30% (ohne die Preferred Shares). Die Liquidität betrug zum 30.09.2015 rund USD 242 Mio. So dramatisch schlecht die Marktlage auch ist, scheint mir die Finanzierung und die Liquidität doch noch so gut zu sein, dass ich nicht von einer Insolvenz ausgehe. Der Wert der Flotte müsste noch mal um rund 40% sinken, bevor der anteilige Wert der Preferred Shares auf null sinken würde. Für die Stammaktien sind es rund 30%. Auch wenn wir schon bei historischen Tiefstwerten sind, ist beides ist natürlich im Bereich des Möglichen.

Ich habe mich trotzdem entschlossen, wenn der Markt in den USA öffnet, eine zusätzliche Order für Preferred Shares einzustellen. Durch den Puffer fühle ich mich etwas wohler als bei den Stammaktien

2 Gedanken zu „Diana Shipping: Preferred Shares

  1. MS

    Hallo Mario,

    in Bezug auf Sicherheit, kannst Du gleich noch einen Schritt weiter gehen zu den 2020ern „Senior Notes“ (Ticker NYSE:DXSN).

    Mit 8,500% Kupon/Dividende und derzeitigem Kurs von ca. 15,50 USD.

    Senior Notes („Baby Bonds“) stehen noch einmal über den Preferreds, darum auch der höhere Kurs bei ebenfalls 25 USD nominal. Leider sind es keine Senior secured, sondern unsecured Notes. Im Fall der Fälle wird also der erstrangige Anspruch den „echten“ Verbindlichkeiten.

    „Most exchange traded debt issues are ‚junior‘ to the companys secured debt and senior to preferred and common shares.“ (Quelle: The Dividend Yield Hunter)

    Bin gespannt ob die Links klappen. wenn nicht, bitte korrigieren.

    Viel Glück
    MS

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    1. Value Mario Artikelautor

      Die Senior Notes kenne ich, trotzdem danke für den Hinweis!

      Wie du schon schreibst, kommen die Banken mit ihren besicherten Darlehen immer noch zu erst. Trotzdem sind die Senior Notes etwas sicherer, einfach weil die preferred shares nach ihnen kommen. Dafür ist die Rendite etwas schlechter. Alles in allem vielleicht sogar das etwas bessere Chancen / Risiko Profil. Ich habe mich aus einem praktischen Grund trotzdem für die preferred shares entschieden. Die werden von der comdirect als Aktie behandelt, d.h. ich kann sie online in den USA handeln. Mit Anleihen geht das leider nicht. Man bekommt bei comdirect die senior notes zwar angezeigt, aber wenn man dann kaufen will, wird man an eine Telefonnummer verwiesen. Ich habe dann aber nicht versucht telefonisch zu ordern.

      Habe gerade auf Seeking Alpha wieder einen kurzen Artikel über das Blutbad am Bulker Markt und aufkommende Insolvenzrisiken gelesen. Ich hoffe, dass ich das nicht alles noch zu optimistisch einschätze. Ich denke ich warte jetzt erstmal ab, bis die Zahlen für 2015 inkl. Markteinschätzung und Ausblick des Managements vorliegen.

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