Buch: Der Bankier Siegmund Warburg

von Niall Ferguson

Niall Ferguson ist bei Sachbüchern einer meiner absoluten Lieblingsautoren und so habe ich mich gefreut, als ich im Katalog des FinanzBuch Verlags von ihm eine Biographie über den Bankier Siegmund Warburg entdeckt habe, die ich bis dahin noch nicht kannte, obwohl sie schon 2011 erschienen ist. Ich interessiere mich momentan wieder verstärkt für die Zeit vor dem ersten und vor dem zweiten Weltkrieg, weil ich nach Jahrzehnten immer stärkerer europäischer und weltweiter Integration die Sorge habe, das wir vor dem Auseinanderbrechen des bisher erreichten stehen könnten. Die Biographie eines der fähigsten Bankiers des 20. Jahrhunderts kam mir da sehr gelegen.

Autor Niall Ferguson

Der Schotte Niall Ferguson ist Historiker und Professor in Harvard. 2004 wurde er vom Time Magazin zu den 100 einflussreichsten Menschen der Erde gezählt, was sicherlich auch damit zu tun hat, dass er mehrere sehr erfolgreiche Sachbücher geschrieben hat. Dazu zählen z.B. Der Aufstieg des Geldes: Die Währung der Geschichte
Der Westen und der Rest der Welt: Die Geschichte vom Wettstreit der Kulturen
Empire: How Britain Made the Modern World
sowie Biographien über Die Geschichte der Rothschilds, 2 Bde.
und Henry Kissinger

Siegmund Warburg

M.M. Warburg & Co. wurde 1798 in Hamburg gegründet und ist noch heute eine der größten Privatbanken in Deutschland. Das Siegmund Warburg Bankier wurde war trotzdem nicht selbstverständlich. Denn er stammte zwar aus der Bankiers Familie, aber sein Vater war in der Bank nicht aktiv und so wuchs Siegmund Warburg nicht in Hamburg sondern auf dem Land in der Nähe von Reutlingen auf. Er wurde 1904 geboren und machte nach seiner Schulzeit eine Banklehre bei seinem Onkel Max Warburg und setzte seine Ausbildung später in London bei Rothschild fort. Dorthin emigrierte er auch 1934 nach der Machtergreifung durch die Nazis und gründete seine eigene Merchant Bank, die später unter S.G. Warburg & Co. firmierte.

Siegmund Warburg hat das internationale Bankwesen nach dem zweiten Weltkrieg mit geprägt. Er war auf der Käuferseite beratend an der ersten feindlichen Übernahme in England beteiligt und hat den Eurobond Markt quasi erfunden. Zu einer Karriere als Politiker, die er sich wohl als Jugendlicher vorgestellt hat, kam es nie, aber er beriet über Jahrzehnte nicht nur Unternehmen sondern auch Minister und Premierminister in Großbritannien.

Das Buch

Siegmund Warburg muss eine faszinierende Persönlichkeit gewesen sein und Niall Ferguson ist einer meiner Lieblingsautoren. Die Ausgangsposition für ein wirklich gutes Buch war also gegeben. Leider war ich von dem Buch am Ende nicht so begeistert, wie ich vorher gehofft hatte. Für meinen Geschmack war es einfach etwas zäh zu lesen. Über 500 Seiten sind vielleicht einfach zu viel gewesen. Vielleicht enthält es für mich auch einfach die falschen Details. Wer mit der Länge leben kann, bekommt trotzdem viele interessante Informationen über den Menschen Siegmund Warburg im Speziellen und das Bankwesen von den 30’er bis in die 70’er Jahre im Allgemeinen.

 

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