Buch: Darknet

von Otto Hostettler

Über das Darknet, in dem sich hauptsächlich Kriminelle tummeln sollen, hört und liest man immer mal wieder. Ich hatte allerdings nur eine grobe Idee davon was sich hinter dem Darknet verbirgt und so kam mir dieses Buch sehr gelegen, um einen etwas tieferen Einblick zu bekommen.

Das klassische Internet mit Inhalten, die über Suchmaschinen wie Google gefunden werden können, ist bei weitem nicht das ganze Netz. Dieser Teil des Internets ist nicht mal der größte Teil des Nets! Wie sich die Inhalte im Netz genau verteilen, kann niemand sagen, aber zwei Quellen, die der Autor im Buch angibt, schätzen den Anteil des sichtbaren, indexierten Internets auf nur 4% bzw. 35% aller Internetseiten.

Autor

Otto Hostettler ist Schweizer und seit 25 Jahren als Journalist tätig. Das er Schweizer ist merkt man auch an dem Buch, denn viele Fallbeispiele beziehen sich auf die Schweiz. Das stört allerdings nicht weiter, denn in Deutschland wird es vermutlich auch nicht wesentlich anders sein.

Darknet

Nicht alles was nicht über Suchmaschinen gefunden werden kann, ist auch ein Teil des Darknets. Wenn man sich das Internet wie das Meer vorstellt, ist in geringer Wassertiefe das normale Internet in dem Google & Co. fischen. Wenn man das Bild fortsetzt befindet sich darunter das sogenannte Deep Web. Die Seiten im Deep Web können über ganz normale Browser aufgerufen werden, sind aber z.B. durch Passwörter geschützt.

Unterhalb des Deep Web, um in der Analogie zu bleiben, in einer Tiefe, in die kein Licht mehr dringt, liegt dann das Darknet. Im Darknet kommt man mit Standard Browsern wie Chrome oder Firefox nicht weiter. Man braucht den speziellen Browser TOR, der es dem Nutzer erlaubt anonym durch das Internet zu surfen und Darknet Seiten zu öffnen. Diese haben die Endung .onion.

Auch wenn das Darknet häufig im Zusammenhang mit Cybercrime auftaucht, ist nicht alles Darknet automatisch auch kriminell. So nutzen z.B. auch Aktivisten in Diktaturen das Darknet um sich zu organisieren und Nachrichten zu verbreiten. Bei uns wo Pressefreiheit herrscht, hat das Darknet allerdings schon einen Schwerpunkt bei kriminellen Aktivitäten. Es gibt dort wohl Plattformen, die in der Aufmachung durchaus ebay und amazon ähneln, wo man aber keine Bücher und DVDs bestellen kann, sondern Drogen, Medikamente, Waffen und kriminelle Dienstleistungen.

FAZIT

Mit dem Buch Darknet bekommt man einen relativ schnellen Überblick, was hinter dem Darknet steckt. Die Funktionsweisen werden erklärt und die wichtigsten Handelsplätze beschrieben. Der Autor hat es sogar geschafft mit einem Darknet Drogendealer ein Interview zu führen.

Das Buch hat mir gefallen, aber es hatte nicht ganz die Tiefe, die ich von einem Buch erwartet hätte. Ich kann zwar nicht genau festmachen, an welcher Stelle mir weitere Informationen gefehlt haben, aber ich fühle mich eher auf dem Niveau eines Leitartikels in der Computerzeitschrift c‘t informiert.

Falls euch das Thema auch interessiert, könnt ihr das Buch, wie fast alles, bei amazon bestellen:

 

oder direkt beim FAZ Verlag:

http://www.fazbuch.de/buecher/wirtschaft/darknet

 

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