Archiv für den Monat: November 2017

VW Hybridanleihe – Gewinnmitnahme

Der VW Diesel Skandal ist inzwischen auch schon wieder über 2 Jahre her. Damals habe ich vorsichtig darauf gesetzt, dass die Panik übertrieben und VW nicht wirklich Konkurs gefährdet ist.

Die Einschätzung war mal eine meine besseren, auch wenn die Automobilwirtschaft nicht gerade mein Schwerpunkt ist. Damals war mein Hauptszenario eine Rendite von 6,5% p.a. bis zur ersten Kündigungsmöglichkeit im Jahr 2023. Als optimistisches Szenario schrieb ich von 15% innerhalb eines Jahres. Tatsächlich habe ich gerade die Hälfte meiner Position mit einer Rendite von 18% p.a. über zwei Jahre verkauft und der Kurs der Hybridanleihe hat mit über 116% fast wieder das Niveau vor der Diesel Affäre erreicht.

Einerseits war ich geneigt das Kapital weiter arbeiten zu lassen, an meinem 6,5% p.a. Szenario hat sich ja mit meinem Einstand nichts geändert. Andererseits bedeutet Halten das Gleiche wie zum heutigen Preis kaufen. Das wiederum bedeutet aber für die VW Hybridanleihe aktuell nur noch eine Rendite von rund 2,1% p.a., falls VW sich entschließt die Anleihe im Jahr 2023 zu 100% zurückzuzahlen. Eine Hybridanleihe mit einer so niedrigen Rendite würde ich aber als neues Investment nicht ernsthaft in Erwägung ziehen. Als (fauler?) Kompromiss zwischen Anlagenotstand und Rendite Management habe ich mich deshalb entschlossen erst mal die Hälfte meiner verhältnismäßig großen Position zu verkaufen.

 

Offshore Drilling – ist der Boden erreicht?

Bei den Offshore Drillern habe ich mich bisher fast ausschließlich auf kurze bis mittelfristige Anleihen konzentriert, deren Rückzahlung für mich ohne Annahmen über die weitere Ölpreis Entwicklung wahrscheinlich ist. Wenn man sich den Ölpreis und die Quartalsberichte sowohl der Ölkonzerne als auch von deren Dienstleistern im Jahr 2017 anschaut, kann man allerdings zum Ergebnis kommen, dass sich die Lage stabilisiert hat und man wieder verstärkt über Aktien nachdenken sollte.

Ich habe diesen Artikel seit August auf der to-do Liste gehabt. Das ich erst jetzt damit fertig bin, hat zum einen damit zu tun, dass ich wegen einem neuen Job weniger Zeit habe und zum anderen damit, dass es so viele Faktoren gib, dass es schwerfällt einfach anzufangen und zu allem mal was aufzuschreiben. Früher hätte ich einfach aus dem Gefühl heraus gekauft und dieses Mal scheint es so, dass mich meine Disziplin Geld gekostet hat. Das sieht man beispielsweise am 3-Monats Chart von Transocean:

Die Disziplin zu jeder Entscheidung hier etwas zu schreiben, bringt mich aber insgesamt auf jeden Fall weiter, deshalb werde ich das auch beibehalten, auch wenn es in Einzelfällen mal zu zu viel Zeitverlust führt. Weiterlesen

Buch: Blockchain Technology

von Daniel Burgwinkel (Hrsg.)

Ich betrachte Bitcoin und andere Kryptowährungen nicht als Investment, auch wenn sie derzeit in aller Munde sind und die Kurse wie verrückt steigen. Als alternative Währungen halte ich sie für ein interessantes Experiment, auch wenn ich meine Zweifel daran, ob sie sich im Alltag wirklich als Alternative durchsetzen werden. Bitcoin basiert technisch auf der sogenannten Blockchain, der in noch viel mehr Anwendungsgebieten zugetraut wird, Geschäftsmodelle zu revolutionieren. Da ich bisher zur Blockchain nur rudimentäre Kenntnisse hatte, habe ich nach einem Buch gesucht, um mich etwas tiefer in das Thema einzulesen. Bei De Gruyter Oldenbourg bin ich fündig geworden und der Untertitel „Einführung für Business- und IT Manager“ versprach genau das was ich gesucht habe. Weiterlesen

Bestellt aber nicht abgeholt

Fast alle Schiffsmärkte leiden seit Jahren unter einem Überangebot an Schiffen, was leider nicht unbedingt dazu geführt hat, dass wesentlich weniger neu bestellt worden wäre. Laut www.VesselsValue.com wurden insgesamt 2.440 Schiffe zu Auslieferung im Jahr 2017 bestellt. Allerdings wurde bis Ende Oktober erst die Hälfte tatsächlich ausgeliefert. Das wird auch nicht mehr aufgeholt werden, denn zum Ende des Jahres werden normalerweise deutlich unterdurchschnittlich viele Schiffe ausgeliefert. Der Grund dafür ist, dass der Eigner durch ein paar Wochen Wartezeit ein Schiff mit dem „Baujahr“ 2018 bekommt, was optisch jünger wirkt und später auf dem Gebrauchtmarkt zu einem etwas höheren Wert beitragen kann.

Die 50% Auslieferungsquote ist natürlich nur ein Durchschnitt. Die folgende Grafik von www.VesselsValue.com zeigt anschaulich, wie es für verschiedene Segmente aussieht.

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