Buch: Blockchain Technology

von Daniel Burgwinkel (Hrsg.)

Ich betrachte Bitcoin und andere Kryptowährungen nicht als Investment, auch wenn sie derzeit in aller Munde sind und die Kurse wie verrückt steigen. Als alternative Währungen halte ich sie für ein interessantes Experiment, auch wenn ich meine Zweifel daran, ob sie sich im Alltag wirklich als Alternative durchsetzen werden. Bitcoin basiert technisch auf der sogenannten Blockchain, der in noch viel mehr Anwendungsgebieten zugetraut wird, Geschäftsmodelle zu revolutionieren. Da ich bisher zur Blockchain nur rudimentäre Kenntnisse hatte, habe ich nach einem Buch gesucht, um mich etwas tiefer in das Thema einzulesen. Bei De Gruyter Oldenbourg bin ich fündig geworden und der Untertitel „Einführung für Business- und IT Manager“ versprach genau das was ich gesucht habe.

Herausgeber

Daniel Burgwinkel ist der Herausgeber des Buchs und hat außerdem das mit knapp einem Drittel der Seiten umfangreichste, einführende Kapitel geschrieben. Er ist Wirtschaftsingenieur und hat zum Thema digitale Verträge promoviert. Aktuell führt er verschiedene Blockchainprojekte in den Bereichen Life Science und eHealth durch.

Die folgenden 6 Kapital des Buchs wurden von jeweils einem anderen Autor geschrieben. Bei den Autoren handelt es sich um Manager und Unternehmer, die sich u.a. professionell mit dem Thema Blockchain beschäftigen.

Blockchain

Eine Blockchain ist im Grunde nichts anderes als eine Aneinanderreihung von Datensätzen, deren Inhalt und Reihenfolge durch Verschlüsselungsverfahren gesichert wird.

Im Falle von Bitcoin ist die Blockchain dezentral auf die Nutzer verteilt und jeder kann mehr oder weniger anonym Nutzer werden. Es gibt aber auch Blockchain Anwendungen an denen sich nur registrierte Nutzer beteiligen können und die zentral verwaltet und gespeichert werden. In diese Richtung gehen die Experimente auf dem Strommarkt, wo die Blockchain Technologie zukünftig genutzt werden könnte, um kleine Mengen Strom z.B. von einer privaten Photovoltaikanlage direkt vom Dach an den Nachbarn zu verkaufen und abzurechnen. Es wäre sogar eine denkbare Anwendung ein firmeninternes Archiv über eine Blockchain darzustellen, wenn dessen Datenintegrität besonders wichtig ist.

Da Blockchain nur ein Prinzip ist, das für unterschiedliche Zwecke genutzt werden kann, gibt es auch nicht nur die Bitcoin Blockchain sonder das Buch erläutert darüber hinaus noch in unterschiedlichen Detailierungsgraden die Softwarelösungen/Plattformen: Guardtime, Ethereum und Hyperledger. In zwei weiteren Kapiteln geht es um die praktische Anwendung von Blockchains in der Finanzindustrie und der Energiewirtschaft.

Besonders interessant fand ich gegen Ende des Buchs das Kapitel „Blockchains – wichtige Fragen aus IT-Sicht“. Denn darin sind so ernüchternde Erkenntnisse enthalten wie z.B. Bitcoin kann (Stand 2016) nicht mehr als 3 Transaktionen pro Sekunde ausführen. Visa hat 2013 hingegen bis zu 47.000 Transaktionen pro Sekunde ausgeführt. Außerdem dauerte es zumindest 2016 als das Buch erschien noch ungefähr 10 Minuten bis eine Transaktion wirklich sicher ist. Dafür muss erst ein Block generiert und endgültig in die Bitcoin Blockchain integriert werden.

Wenn man, wie es manche planen, eine Blockchain nutzen will, um ein Grundbuch zu führen (insbesondere in Ländern in denen es so was derzeit noch gar nicht gibt z.B. in Afrika) dürften 10 Minuten egal sein, über viele andere mögliche Anwendungen wie den Börsenhandel braucht man mit 10 Minuten aber nicht nachzudenken. Daran wird zwar gearbeitet, aber nach meinem Verständnis gibt es da noch keine Lösungen. Ganz so revolutionär sind Blockchain Lösungen deshalb jetzt wohl doch noch nicht.

FAZIT

Am Anfang war ich von dem Buch etwas enttäuscht, denn ich fand das einleitende Kapitel etwas zu oberflächlich. Das mag auch daran gelegen haben, dass ich wenigstens schon ein ungefähres Verständnis davon hatte, wie eine Blockchain funktioniert. Leider merkt man ab dem zweiten Kapitel auch die Vielzahl der Autoren. Diese verweisen zwar zum Teil auf die Inhalte der anderen, aber trotzdem kommt es immer wieder zu Wiederholungen insbesondere am jeweiligen Kapitelanfang.

Alles in allem gibt einem das Buch trotzdem kompakt auf 167 Seiten einen guten Überblick über dieses aktuell so präsente Thema.

 

 

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