Archiv für den Autor: Value Mario

Buch: Pitch the Perfect Investment

von Paul D. Sonkin und Paul Johnson

Ich hatte kurz vor Weihnachten schon berichtet, dass ich ein spannendes Investment Buch angefangen habe. Über die Feiertage habe ich es fertig gelesen und möchte es heute vorstellen. Pitch the Perfect Investment hat zwei Teile. Im längeren ersten Teil geht es darum, was ein perfektes (Value-) Investment ausmacht und wie es dazu kommt, dass es überhaupt welche gibt. Dazu gibt es schon sehr viele Bücher, wenn auch meiner Meinung nach wenige so fundierte, gut strukturierte. Der zweite Teil ist da wesentlich ungewöhnlicher, denn es geht darum, wie man seine Investmentideen erfolgreich gegenüber Entscheidern (Portfoliomanagern) präsentiert. Privatanleger könnten bei Teil II abwinken und sagen, das brauche ich nicht, weil ich selber entscheide. Ich bin da aber etwas anderer Meinung, denn auch Privatanleger profitieren davon zu testen, ob sie eine konsistente Investmentanalyse vorlegen können. Dabei ist es egal, ob man das nur für sich selbst macht oder wie ich in einem blog. Weiterlesen

Bücher Top 10

Ich habe kürzlich ein Value Investing Buch angefangen, bei dem ich schon während der Einleitung gedacht habe: „Das könnte es in meine persönlichen Top 10 schaffen“. Mehr zu diesem Buch gibt es dann wenn ich es fertig gelesen habe ;-) Aus dem Top 10 Gedanken kam mir dann die Idee, hier tatsächlich mal eine Top 10 aufzustellen, immerhin habe ich inzwischen schon 40 Bücher vorgestellt. Da die Idee neu ist, habe ich den Top 10 heute diesen eigenen Artikel gegönnt. Zukünftig werde ich die Liste im Abschnitt Bücher einfach entsprechend ändern, wenn es ein Buch in die Top 10 schafft. Weiterlesen

Deutsches Eigenkapitalforum 2017

Ich war am Montag und Dienstag zum zweiten Mal beim Deutschen Eigenkapitalforum. Die Deutsche Börse organisiert dort eine Plattform für kleinere, börsennotierte Gesellschaften (und Mittwochs auch für nicht börsennotierte). Durch die Ballung der Präsentationen erreichen die Unternehmen eine Aufmerksamkeit bei Analysten, Investoren und Presse, die sie an einem eigenen Investor Day wohl kaum erhalten würden. Auch ich habe die Präsentationen von einigen Unternehmen gesehen, die ich bis dahin gar nicht kannte, obwohl ich mich auf Unternehmen aus meinem Circle of Compentence konzentriert habe.

Natürlich waren einige Präsentation bessere als andere. Ich fand aber irgendwie erschreckend, dass in keiner einzigen, die ich gesehen habe, vollständig argumentiert wurde, warum man in die Aktie des Unternehmens investieren sollte. Mit vollständig meine ich den Blick auf die einzelne Aktie. Es wurde über Branchenentwicklungen, Unternehmens-Historien, jüngste Geschäftszahlen und auch Umsatz- und Gewinnentwicklungen gesprochen. Das alles gehört auch dazu, aber am Ende des Tages ist es eben auch wichtig, wie hoch z.B. die Dividendenrendite ist oder auch die Eigenkapitalrentabilität mit Börsen- statt Buchwerten. Natürlich kann und soll sich dazu jeder Investor selber Gedanken machen, aber auf einer Investoren Konferenz nicht wenigstens Kurz auf Gründe für ein Investment einzugehen, geht für mich schon in Richtung Thema verfehlt. Zur Ehrenrettung der Vortragenden muss ich allerdings auch sagen, dass 30 Minuten inklusive Zeit für Fragen extrem eng bemessen sind.

Im Folgenden werden ich dieses Jahr mal in jeweils wenigen Stichworten eine Auswahl von Unternehmen vorstellen, deren Präsentation ich mir angehört habe: Weiterlesen

British Land

ISIN: GB0001367019

aktueller Kurs: 616,5 GBp

British Land ist ein ca. 6,4 Mrd. Pfund schwerer REIT, den ich im letzten Jahr nach der Brexit Entscheidung auf meine Watchlist genommen habe. Ich schaue ja gerne mal nach Übertreibungen nach einschneidenden Ereignissen. Nach der Deepwater Horizon Katastrophe habe ich mit BP und nach dem Diesel Skandal mit VW z.B. ganz gut verdient. 2016 notierte British Land zwar mit einem Abschlag auf den NAV, aber trotzdem habe ich lieber erstmal noch abgewartet. Nach den jüngsten Quartalszahlen habe ich mal wieder etwas genauer hingeschaut und verschiedene Verbesserungen festgestellt, die zumindest rechtfertigen tiefer einzusteigen und diesen Artikel zu schreiben.

Abgesehen von dem Chance Risiko Profil in Pfund käme mir ein solches Investment auch wegen der Währungen gelegen. Ich versuche da ja agnostisch zu sein und gehe davon aus, dass sich Währungsgewinne und -verluste über die Zeit ausgleichen. Mit meiner UPM Kymene Anleihe habe ich allerdings nach dem Brexit Währungsverluste realisiert, die sich derzeit nicht ausgleichen können, weil ich überhaupt nicht mehr in Pfund investiert bin. Weiterlesen

VW Hybridanleihe – Gewinnmitnahme

Der VW Diesel Skandal ist inzwischen auch schon wieder über 2 Jahre her. Damals habe ich vorsichtig darauf gesetzt, dass die Panik übertrieben und VW nicht wirklich Konkurs gefährdet ist.

Die Einschätzung war mal eine meine besseren, auch wenn die Automobilwirtschaft nicht gerade mein Schwerpunkt ist. Damals war mein Hauptszenario eine Rendite von 6,5% p.a. bis zur ersten Kündigungsmöglichkeit im Jahr 2023. Als optimistisches Szenario schrieb ich von 15% innerhalb eines Jahres. Tatsächlich habe ich gerade die Hälfte meiner Position mit einer Rendite von 18% p.a. über zwei Jahre verkauft und der Kurs der Hybridanleihe hat mit über 116% fast wieder das Niveau vor der Diesel Affäre erreicht.

Einerseits war ich geneigt das Kapital weiter arbeiten zu lassen, an meinem 6,5% p.a. Szenario hat sich ja mit meinem Einstand nichts geändert. Andererseits bedeutet Halten das Gleiche wie zum heutigen Preis kaufen. Das wiederum bedeutet aber für die VW Hybridanleihe aktuell nur noch eine Rendite von rund 2,1% p.a., falls VW sich entschließt die Anleihe im Jahr 2023 zu 100% zurückzuzahlen. Eine Hybridanleihe mit einer so niedrigen Rendite würde ich aber als neues Investment nicht ernsthaft in Erwägung ziehen. Als (fauler?) Kompromiss zwischen Anlagenotstand und Rendite Management habe ich mich deshalb entschlossen erst mal die Hälfte meiner verhältnismäßig großen Position zu verkaufen.

 

Offshore Drilling – ist der Boden erreicht?

Bei den Offshore Drillern habe ich mich bisher fast ausschließlich auf kurze bis mittelfristige Anleihen konzentriert, deren Rückzahlung für mich ohne Annahmen über die weitere Ölpreis Entwicklung wahrscheinlich ist. Wenn man sich den Ölpreis und die Quartalsberichte sowohl der Ölkonzerne als auch von deren Dienstleistern im Jahr 2017 anschaut, kann man allerdings zum Ergebnis kommen, dass sich die Lage stabilisiert hat und man wieder verstärkt über Aktien nachdenken sollte.

Ich habe diesen Artikel seit August auf der to-do Liste gehabt. Das ich erst jetzt damit fertig bin, hat zum einen damit zu tun, dass ich wegen einem neuen Job weniger Zeit habe und zum anderen damit, dass es so viele Faktoren gib, dass es schwerfällt einfach anzufangen und zu allem mal was aufzuschreiben. Früher hätte ich einfach aus dem Gefühl heraus gekauft und dieses Mal scheint es so, dass mich meine Disziplin Geld gekostet hat. Das sieht man beispielsweise am 3-Monats Chart von Transocean:

Die Disziplin zu jeder Entscheidung hier etwas zu schreiben, bringt mich aber insgesamt auf jeden Fall weiter, deshalb werde ich das auch beibehalten, auch wenn es in Einzelfällen mal zu zu viel Zeitverlust führt. Weiterlesen

Buch: Blockchain Technology

von Daniel Burgwinkel (Hrsg.)

Ich betrachte Bitcoin und andere Kryptowährungen nicht als Investment, auch wenn sie derzeit in aller Munde sind und die Kurse wie verrückt steigen. Als alternative Währungen halte ich sie für ein interessantes Experiment, auch wenn ich meine Zweifel daran, ob sie sich im Alltag wirklich als Alternative durchsetzen werden. Bitcoin basiert technisch auf der sogenannten Blockchain, der in noch viel mehr Anwendungsgebieten zugetraut wird, Geschäftsmodelle zu revolutionieren. Da ich bisher zur Blockchain nur rudimentäre Kenntnisse hatte, habe ich nach einem Buch gesucht, um mich etwas tiefer in das Thema einzulesen. Bei De Gruyter Oldenbourg bin ich fündig geworden und der Untertitel „Einführung für Business- und IT Manager“ versprach genau das was ich gesucht habe. Weiterlesen

Bestellt aber nicht abgeholt

Fast alle Schiffsmärkte leiden seit Jahren unter einem Überangebot an Schiffen, was leider nicht unbedingt dazu geführt hat, dass wesentlich weniger neu bestellt worden wäre. Laut www.VesselsValue.com wurden insgesamt 2.440 Schiffe zu Auslieferung im Jahr 2017 bestellt. Allerdings wurde bis Ende Oktober erst die Hälfte tatsächlich ausgeliefert. Das wird auch nicht mehr aufgeholt werden, denn zum Ende des Jahres werden normalerweise deutlich unterdurchschnittlich viele Schiffe ausgeliefert. Der Grund dafür ist, dass der Eigner durch ein paar Wochen Wartezeit ein Schiff mit dem „Baujahr“ 2018 bekommt, was optisch jünger wirkt und später auf dem Gebrauchtmarkt zu einem etwas höheren Wert beitragen kann.

Die 50% Auslieferungsquote ist natürlich nur ein Durchschnitt. Die folgende Grafik von www.VesselsValue.com zeigt anschaulich, wie es für verschiedene Segmente aussieht.

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Macquarie Rohstoff Bericht Herbst 2017

Vor fast auf den Tag genau vor einem Jahr habe ich zum ersten Mal den Rohstoffbericht von Macquarie bekommen und hier und hier im blog zum Teil zusammengefasst. Kürzlich habe ich wieder einen neuen Bericht bekommen und den werde ich jetzt mal nutzen, um wieder ein paar für mich wesentliche Informationen zusammenzufassen und zu schauen, ob die Prognosen, die ich letztes Jahr herausgepickt hatte, auch eingetreten sind. Weiterlesen