Opap – Übernahmeangebot

aktueller Kurs: EUR 9,30

Mit Opap, dem griechischen Anbieter von Glücksspielen und Sportwetten, verbindet mich mehr als mit den meisten anderen Werten in meinem Depot. Zum einen war das Engagement in der Euro Finanzkrise recht erfolgreich und zum anderen war Opap das allererste Unternehmen über das ich hier im blog geschrieben habe. Mein letzter Artikel liegt allerdings schon fast 4 Jahre zurück. Das liegt im Wesentlichen daran, dass sich meine Einschätzung im letzten Opap Artikel seither nicht wesentlich geändert hat. Kurz zusammengefasst: optisch günstig, >7% Dividendenrendite attraktiv, aber auch grundlegende Risiken.

2013 wurde der griechische Staat von der Europäischen Union genötigt Staatsbesitz zu privatisieren. Soweit ich das überblicke, ist da nicht sehr viel passiert, aber rund ein Drittel der Anteile an Opap wurden so privatisiert und gehören heute Emma Delta, einem Joint Venture des tschechischen Glücksspiel Konzerns Sazka und des griechischen Schiffsmagnaten Melissanidis. Gestern erreichte mich ein freiwilliges Übernahmeangebot von Sazka, die 100% der Anteile an Opap übernehmen will.

Übernahmeangebot für Opap

Frist

Das Übernahmeangebot hätte ich theoretisch schon seit Juli kommen sehen können, denn dann hat es Sazka bereits angekündigt. Vor der Wirksamkeit musste es noch von der griechischen Kapitalmarktaufsicht genehmigt werden, was erst am 30.09 erfolgte. Seit dem 01. Oktober ist das Übernahmeangebot damit wirksam und läuft noch bis zum 29. Oktober. Interessant fand ich nebenbei, dass mich die comdirect erst gestern über das Angebot informiert hat. In Zeiten, wo doch vermeintlich alles so schnell geht, wurde also schon über ein Viertel der Zeit verbraucht, um die Information zuzustellen.

Preis

Sazka bietet 9,12 Euro pro Aktie. Das entspricht dem gewichteten Durchschnitt der letzten 6 Monate vor Ankündigung des Angebots im Juli.

Quelle: comdirect

Mir stellt sich allerdings die Frage, warum ich zu diesem Kurs verkaufen sollte. Wie ich jetzt recherchiert habe, wurde im Vorfeld in der Presse über Preise bis zu 14 Euro pro Aktie spekuliert. So ein Aufschlag hätte mich sicherlich dazu bewegen können, meine restlichen Aktien zu verkaufen. Auf einem Niveau um oder unter 10 Euro würde ich aber doch lieber weiter meine hohe Dividendenrendite verdienen.

Zwang zu handeln?

Da ich zu dem angebotenen Preis nicht verkaufen möchte, stellt sich die Frage, ob mir irgendwelche Nachteile drohen, wenn ich nicht verkaufe. Nach einer überschlägigen Lektüre des detaillierten Übernahmeangebots

bin ich der Meinung, dass dem nicht so ist. Sollte Sazka tatsächlich 90% aller Aktien unter Kontrolle bekommen, droht zwar ein Squeeze out, allerdings zum gleichen Preis. Außerdem würde Opap bei über 90% wohl von der Athener Börse genommen werden, aber selbst dann bliebe mir noch eine 3-monatige Verkaufsoption an Sazka zum gleichen Preis, wie derzeit angeboten.

FAZIT

Ich sehe derzeit keinen entscheidenden Grund das Angebot von Sazka anzunehmen und umgekehrt tue ich mich schwer zu erkennen, warum Sazka das Angebot zu diesem Preis unterbreitet, denn ich halte es nicht für wahrscheinlich, dass es viele Investoren annehmen werden. Ich will nicht groß in eine börsenrechtliche Recherche einsteigen, aber wenn ich mich richtig erinnere, könnte es sein, dass Sazka jetzt keine Angebote mehr abgeben muss, wenn man Schwellenwerte wie z.B. 50% durch Zukäufe am freien Markt übersteigt.

Sollte Sazka dann an der Börse die Mehrheit übernehmen, könnte man vielleicht nach einem Weg suchen, die Minderheitsgesellschafter möglichst günstig auszubooten, z.B. in dem man ein Delisting ankündigt. Im aktuellen Übernahmeangebot steht allerdings, dass ein Delisting nicht erfolgen wird, sofern Sazka nicht mindestens 90% der Anteile erhält. Vielleicht gäbe es da auch noch andere Möglichkeiten oder ich denke zu negativ und das Übernahmeangebot hat ganz andere Gründe.

So oder so könnte es in den nächsten Monaten mal wieder durchaus interessant werden bei Opap.

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