Noratis: Kurssturz um 23% wg. Kapitalerhöhung

aktueller Kurs: 4,66 Euro

Der Kurs der Immobiliengesellschaft Noratis https://value-shares.de/2021/10/11/noratis-wohnungen-ausserhalb-der-metropolen/ ist wie der von mehr oder weniger allen Immobiliengesellschaften ziemlich unter die Räder geraten seit die Zinsen steigen.

Heute Morgen habe ich gesehen, dass er alleine heute nochmal um über 23% gefallen ist. Der Grund dafür dürfte sein, dass Noratis gestern eine Kapitalerhöhung im Verhältnis 5:2 angekündigt hat und zwar zu einem Kurs von 4,15 Euro pro Aktie, also noch mal niedriger als der aktuelle Kurs an der Börse.

Ich hatte mir natürlich für Noratis und alle anderen Immobilientitel, die ich im Portfolio habe, überlegt ob es besser ist mit Schaden zu verkaufen oder einfach weiter zu halten und später vielleicht sogar nachzukaufen. Bei Noratis sprach für mich für das Halten, dass es mit der Merz Real Estate einen Ankeraktionär gibt, der bisher für weiteres Wachstum stand und dem ich unterstellt habe, dass er ggf. notwendige Kapitalmaßnahmen begleiten würde.

Dieses Szenario tritt jetzt ein. Die Merz Real Estate wird alle Aktien übernehmen, die nicht über die Bezugsrechte der anderen Aktionäre ausgegeben werden.

Die Kapitalerhöhung mit Bezugsrechten wird einen Mittelzufluss von knapp 8 Mio. Euro bedeuten und damit soll unter anderem ein im Dezember 2020 aufgenommenes Schuldscheindarlehen in Höhe von 5 Mio. Euro getilgt werden.

Über diese Kapitalerhöhung hinaus wird es eine weitere Kapitalerhöhung unter Ausschluss der Bezugsrechte mit einem Volumen von 2 Mio. Euro geben. Diese Kapitalerhöhung wird exklusiv mit der Merz Real Estate durchgeführt.

Wenn ich ein liquider Immobilien-Großaktionär wäre, würde ich die aktuelle Marktlage auch nutzen, um günstig meine Position zu verbessern.

Ich nehme deshalb an, dass der Kurs von 4,15 Euro pro Aktie am unteren Ende dessen ist, was man aktuell rechtfertigen kann und werde meine Bezugsrechte ausüben. Da meine Position nie groß war, handelt es sich dabei ohnehin nur noch um „Spielgeld“.

Leonardo – Gewinnmitnahme

aktueller Kurs: 14,715

Kürzlich habe ich mich im Bereich Tanker noch gegen Gewinnmitnahmen entschieden, obwohl ich bei allen Titeln Kursgewinne im hohen zweistelligen bis mittleren dreistelligen Bereich habe.

Leonardo ist für mich auch ziemlich gut gelaufen und hat sich in meiner bisherigen Haltedauer von nicht ganz zwei Jahren mehr als verdoppelt.

Anders als bei den Tankern habe ich bei Leonardo heute entschieden meinen Einstand vom Tisch zu nehmen und künftig nur noch die Gewinne laufen zu lassen.

Status Quo und Gründe für die Gewinnmitnahme

Gekauft habe ich Leonardo mit einem erwarteten KGV von 5,6. Inzwischen liegt es zwar bei 6,8 aber trotz dieses Anstiegs ist der Kursgewinn doch hauptsächlich über die verbesserte Geschäftsentwicklung zu erklären. Drei aus meiner Sicht wesentliche Faktoren sind:

1) Rüstungsausgaben steigen weltweit

2) Öl- und Gas Exploration zieht wieder an, was auch für die Nachfrage nach Hubschraubern gut ist

3) Boeing und Airbus versuchen ihr Produktion wieder hochzufahren

Diese 3 Trends sollten meiner Meinung nach mindestens mittelfristig Bestand haben. Andererseits wird Leonardo in der Wirtschaftspresse in meinen Augen sehr stark als Rüstungskonzern wahrgenommen. Deshalb habe ich die Befürchtung, dass die Aktie eine ähnliche Entwicklung nehmen könnte wie so viele Titel, die in der Corona Zeit erst hochgetrieben wurden und später wieder abstürzten. Ein Ende des Kriegs in der Ukraine ist zwar nicht absehbar, aber hoffen darf man ja. Außerdem kommt es mir vor allem darauf an, dass ich einfach nicht kompetent bin einzuschätzen, wann es zu einem Ende kommen könnte und wie die Aktie von Leonardo darauf reagieren würde.

Vor diesem Hintergrund fühle ich mich wohler, wieder mit einer Position weiterzumachen, die etwas größer ist als meine ursprüngliche. Diese plane ich so lange zu halten, wie mir die Unternehmensentwicklung positiv vorkommt.

Textainer wird übernommen

Ich habe gestern die Nachricht gelesen, dass die Container Leasing Gesellschaft Textainer von der Private Equity Gesellschaft Stonepeak übernommen wird. Der Kurs reagierte daraufhin wie folgt:

Leider handelt es sich bei diesem Anstieg um 45% an einem Tag um den Chart der Stammaktien. Ich hatte mich letztes Jahr für die preferred shares entschieden und die sind nur um etwas über 4% gestiegen.

Manchmal verliert man und manchmal gewinnen die anderen ;-) Spaß beiseite, ich hatte damals meine Gründe die preferred shares zu wählen. Übernahmespekulationen gehörten nicht dazu und deshalb ärgere ich mich auch nicht über meine damalige Wahl.

Auch ohne großen Kurssprung stellt sich die Frage, was nun aus den preferred shares wird. Auch wenn der Prospekt mehrere Szenarien für den Fall einer Übernahme vorsieht, kann ich mich kurz fassen, denn die Pressemitteilung zu Übernahme enthält auch schon die Information, dass alle preferred share Tranchen zum Nominalwert zurückgezahlt werden sollen.

Für mich ist das nicht so günstig, da der Nominalwert 25 USD beträgt und ich 25,70 USD bezahlt habe. Eigentlich sollte sich dieser Aufpreis über mehr Zeit verteilen als die ca. 1,5 Jahre Haltedauer, die es für mich nun voraussichtlich werden. Wenn es dabei bleibt, wird mich das etwas mehr als 1% Rendite kosten. Zumindest wird sie aber positiv bleiben. Es gibt also Schlimmeres.

Tanker: Frontline und DHT für Euronav

ISIN Frontline: CY0200352116

Kurs Frontline: 17,52 USD

Kurs DHT 9,76 USD

Kurs Euronav 15,05 EUR

neue Quellensteuer in Belgien

Der Auslöser für diesen Artikel ist eine Steueränderung in Belgien. Dort hat man eine 30%‘ige Quellensteuer und einen Steuerfreibetrag eingeführt. Der deutsche Fiskus geht davon aus, dass man sich die Mühe macht diesen Freibetrag in Belgien zu nutzen und damit wird die belgische Quellensteuer nun gar nicht mehr angerechnet. Ich hatte schon vor einigen Wochen von dieser Änderung gelesen, habe aber dann doch noch die Realität abgewartet. Nun kam die Quartalsdividende von Euronav und tatsächlich lag meine Steuerquote bei insgesamt über 50%. Bei einer Dividendenrendite im zweistelligen Prozentbereich macht das so keinen Sinn, andererseits ist mir der Aufwand zu hoch in Belgien tätig zu werden. Darüber hinaus bin ich auch der Meinung, dass man mit den Füßen abstimmen sollte, wenn ein Land sich gegenüber (Privat-)Investoren feindlich verhält. Für mich kommen deshalb belgische Aktien mit signifikanter Dividende bis auf weiteres nicht mehr in Frage.

Tankermarkt: das Beste kommt noch!?

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Volkswagen – Tausch von Anleihen

ISIN neue Anleihe: XS1167667283

aktuelle Rendite: 4,5%

Während des Diesel Skandals habe ich 2015 eine Hybridanleihe von VW gekauft. Diese Woche hat VW vom ersten möglichen Kündigungstermin Gebrauch gemacht und die Anleihe zurückgezahlt.

Beim Kauf hatte ich zwei Szenarien im Kopf. 6,5% Rendite bis zur ersten möglichen Kündigung oder 15% Rendite, wenn sich der Kurs der Anleihe innerhalb eines Jahres wieder auf 100% erholt. In der Realität ist es für mich eine Mischung geworden. Ich habe schon 2017 die Hälfte meiner Position zu 116% verkauft und den Rest durchlaufen lassen. Alles in Allem habe ich so mit der Anleihe eine durchschnittliche jährliche Rendite von 9,1% über 8 Jahre erzielt. Damit bin ich ziemlich zufrieden, auch wenn der folgende Chart zeigt, dass man mit der Aktie im gleichen Zeitraum zeitweise hätte viel mehr verdienen können. Mit Buy and Hold würde man sich heute aber auch schon wieder ungefähr auf dem gleichen Kursniveau befinden wie 2015.

Quelle: comdirect
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Farmland Partners Gewinnmitnahme

aktueller Kurs: 12,25 USD

Die Berichtssaison kommt so langsam in Schwung und heute habe ich mir die Zahlen von Farmland Partners angeschaut. Dabei habe ich realisiert, dass die Aktie inzwischen relativ deutlich über dem Buchwert notiert. Seit 2017 war das noch nie der Fall, zumindest nicht zu den unregelmäßigen Zeitpunkten, zu denen ich meine Berechnungen aktualisiert habe.

Der Chart für den Zeitraum seit ich das erste Mal über das Unternehmen geschrieben zeigt, dass es ein wilder Ritt gewesen wäre, wenn man zu dem Zeitpunkt investiert hätte.

Der Kurs hat sich also überhaupt nicht so langweilig und ruhig entwickelt, wie man von der Asset Klasse Land eigentlich erhoffen würde.

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italienische Aktien: ENAV – Flugsicherung

ISIN: IT0005176406

aktueller Kurs: 3,88 Euro

Mittlerweile bin ich beim 10. Artikel meiner kleinen Serie mit italienischen Aktien angelangt. Gleichzeitig betrachte ich heute mit ENAV das erste Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von weniger als 2,5 Mrd. Euro. Natürlich gibt es viel mehr größere Unternehmen an der Börse in Mailand aber ich konzentriere mich nur auf ausgewählte, die ich interessant finde. Im nächsten Schritt habe ich nach Unternehmen mit einer Bewertung zwischen 1 Mrd. und 2,5 Mrd. gesucht und mir 8 Namen notiert. Der erste davon ist ENAV, die italienische Flugsicherung.

ENAV ist nach eigenen Angaben die einzige börsennotierte Flugsicherung der Welt. die Deutsche Flugsicherung ist zwar z.B. als GmbH auch eine Kapitalgesellschaft, aber diese befindet sich ausschließlich im Eigentum der Bundesrepublik Deutschland. Auch in Italien ist der Staat der Mehrheitsgesellschafter aber eben „nur“ mit 53%.

Ich finde ENAV spannend, weil das Geschäftsmodell verhältnismäßig wenig Kapital erfordert und trotzdem zu den Infrastruktur Investments gezählt werden kann. Durch die staatlich (bzw. EU) regulierten Erträge gewinnt das Modell zusätzlich an Stabilität.

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Stora Enso – Verpackungen und Holz aus eigenem Wald

ISIN A Aktie: FI0009005953

aktueller Kurs A Aktie: 13,30 Euro

ISIN R Aktie: FI0009005961

aktueller Kurs R Aktie: 12,36 Euro

ISIN Anleihe: XS2265360359

aktuelle Rendite: 4%

In letzter Zeit ist es hier ziemlich ruhig gewesen. Da ich in den letzten Jahren wesentlich mehr gekauft als verkauft habe, ist meine Cash Quote mittlerweile auf weniger als 10% gesunken. Anlagedruck verspüre ich deshalb aktuell keinen, eher sind die Zeiten so unsicher, dass ich immer mal wieder überlegt habe, vielleicht doch mal was zu verkaufen.

In einem Zeitschriften Artikel bin ich kürzlich allerdings über Stora Enso gestolpert und darin wurde als Argument angeführt, dass die Börsenkapitalisierung weitgehend durch den Wert der eigenen Wälder gedeckt ist. Die meisten Journalisten vergessen in meinen Augen vor solchen Aussagen die Höhe der Finanzverbindlichkeiten zu berücksichtigen. Trotzdem habe ich mir Stora Enso mal angeschaut und bin positiv überrascht worden.

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Verkauf Algonquin nicht Bolloré

aktueller Kurs: 19,85 CAD

Ich habe schon länger überlegt, ob es die richtige Zeit ist, das erste Mal seit Jahren fast voll investiert zu sein. Nach den Ereignissen der letzten Woche wäre es natürlich meine Investments in Banken (und Versicherungen) in Frage zu stellen. Letztlich tue ich das auch, aber aktuell überwiegt bei mir noch die Ansicht, dass diese als Investments für einen mittel- bis langfristigen Trend gedacht waren und ich die hoffentlich kurzfristigen Schwankungen einfach aussitzen kann. Ich hoffe also noch, dass es nicht naiv ist, dass es zu dieser längerfristigen Verbesserung kommt wird, ohne dass es vorher bei mir zu krisenbedingten Ausfällen kommt.

Statt den Finanzwerten habe ich schon länger zwei andere Kandidaten(gruppen) im Kopf, um auch mal wieder mehr in Liquidität zu gehen.

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