Archiv der Kategorie: Analysen

Nachkäufe und breite Streuung wg. negativen Zinsen

Ich habe in den letzten Tagen einige Nachkäufe und neue Investments getätigt, die ich unter normalen Umständen sehr wahrscheinlich nicht oder zumindest nicht so geballt getätigt hätte. Der Anlass war, dass die Androhung von negativen Zinsen auch mich inzwischen erreicht hat.

Ich habe schon öfter plausibel dargelegt gelesen, dass es eigentlich vernünftig ist breit gestreut und dauerhaft investiert zu sein. Da die Kapitalmärkte tendenziell steigen, kann man einiges an Peformance verpassen, während man auf günstige Einstiegskurse wartet. Gefühlt würde ich auch sagen, dass ich wohl besser gefahren wäre, wenn ich schon lange weit näher an 100% investiert gewesen wäre, als ich es tatsächlich war. Meine Investments in der Finanzkrise oder auch am Anfang von Corona waren zwar meistens ziemlich gut, aber da ich gerne in fallende Kurse nachkaufe, halte ich meistens zu viel Pulver trocken, da die Kurse ja noch weiter sinken könnten.

Das die comdirect mir jetzt mit Strafzinsen droht oder wie Sie es gewählter ausdrückt, mit mir eine individuelle Vereinbarung über ein Verwahrentgelt abschließen möchte, könnte mich also in die richtige Richtung stupsen. Trotzdem möchte ich diesen Trend nicht unterstützen und die Art und Weise der Kommunikation der comdirect kam bei mir auch nicht gut an. Statt also wie die comdirect es wünscht mein Geld dort zu investieren oder brav Strafzinsen zu zahlen, habe ich alle Mittel, die den gedulteten Betrag von 50.000 Euro überschreiten zur Merkur Privatbank https://www.merkur-privatbank.de/ übertragen und dort in die hier beschriebenen Investments getätigt. Zusätzlich konnte ich mit einem Festgeld über 6-Monate mit 1% p.a. den gleichen Betrag parken und erstmal etwas Zeit gewinnen. Früher habe ich auf Online Banken geschworen, aber heute muss ich sagen, dass die auch nicht immer die besten Angebote haben, selbst wenn man keine intensive Beratung braucht. Der „Vereinbarung“ der comdirect werde ich nicht zustimmen und lasse mich jetzt mal überraschen, ob sie mir das Konto kündigt, auch wenn ich die Liquidität ohnehin unter den Freibetrag reduziert habe.

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British Land – Update

aktueller Kurs: 510,2 Gbp

Den Reit British Land habe ich bereits Ende 2017 hier vorgestellt. Seitdem habe ich zwar nicht mehr über British Land geschrieben, aber trotzdem immer einen Blick auf die Berichterstattung geworfen und meine Bewertung immer mal aktualisiert. Da es keine weitere Beiträge zu British Land gab, ist auch klar, dass ich mich nie zu einem Kauf entschlossen habe. Die Bewertung war meiner Meinung nach immer irgendwie ganz günstig, aber nie so günstig, dass ich wirklich alle Risiken abgedeckt gesehen hätte.

Der Chart für diese Periode gibt mir bisher Recht, auch wenn ein Corona Kauf im letzten Jahr natürlich im Nachhinein günstig gewesen wäre:

Quelle: comdirect

Nach der Berichterstattung zum Ende des ersten Quartals, was bei British Land das Geschäftsjahresende ist, habe ich mal wieder gedacht, dass die Unternehmensentwicklung eigentlich in Anbetracht von Brexit und Corona gar nicht so schlecht war und zu den alten Kursniveaus mittelfristig viel Potential besteht. Während man darauf wartet, könnte man sich mit einer Dividendenrendite von rund 3,75% trösten. Grund genug meinen Artikel mal wieder anzuschauen und der Analyse ein Update zu verpassen.

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Valaris – Erfahrungen einer Restrukturierung

Aktienkurs: 23,70 USD (Erstnotierung)
aktueller Kurs: 21,57 USD

Hier geht es heute nicht um eine meiner Investmentideen, wobei Valaris auf dem aktuellen Niveau nach der Restrukturierung vielleicht sogar eine sein könnte. Stattdessen geht es mir um einen kurzen Erfahrungsbericht der mittlerweile abgeschlossenen Restrukturierung.

In meinen Weihnachtsgrüßen habe ich letztes Jahr unter anderem folgendes geschrieben:

„Ich setze die Valaris Anleihen momentan für mich mit Null an und gehe davon aus, irgendwann nächstes Jahr statt den Anleihen neue Aktien zu bekommen. Ich hoffe nur, dass wenigstens das so sein wird und nicht auch noch eine massiv verwässernde Kapitalerhöhung unter Ausschluss der Bezugsrechte kommt oder irgendwas anderes perfides in der Art.“

Meiner Befürchtungen sind zwar nicht genau 1:1 eingetreten, aber vom Effekt ist etwas ähnliches passiert.

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Versicherungen

aktueller Kurs Allianz: 211,90 Euro

aktueller Kurs Münchener Rück: 258,40 Euro

Ich habe hier anlässlich einer Buchbesprechung schon vor Jahren dargelegt, warum ich Banken und Versicherungen durch Außenstehende qualitativ für kaum analysierbar halte. Deswegen habe ich in den letzten Jahren auch einen großen Bogen um diese Werte gemacht.

Andererseits besteht bei mir immer noch ein Mangel an soliden Positionen, die halbwegs sicher eine Rendite oberhalb der Inflation versprechen. Bei festverzinslichen ist da ja kaum noch was zu machen und deshalb habe ich nach einem Artikel in der Wirtschaftswoche überlegt, ob Versicherungsaktien nicht doch eine Beimischung für mich sein könnten.

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Aercap kauft GECAS

aktueller Kurs: 53,39 USD

Wie hier in den Kommentaren noch als Gerücht diskutiert, hat Aercap inzwischen eine Einigung über eine Übernahme von GECAS vermeldet und gestern in einer ersten Präsentation die wesentlichen Eckdaten erläutert.

Als ich Ende der 1990‘er Jahre im Flugzeugleasing Geschäft zu arbeiten begann, waren ILFC und GECAS die beiden klaren Marktführer. Nach dem Aercap ILFC im Jahr 2013 übernommen hat, scheinen beide nun unter einem Dach vereint zu werden.

Aercap war schon bisher die größte Flugzeugleasing Gesellschaft der Welt. Ich habe länger keine Liste mit den Flotten der großen Leasinggesellschaften gesehen, aber GECAS dürfte alleine auch immer noch zu den TOP 3 oder zumindest TOP 5 gehören. Das geht leicht unter, wenn man sich mit der Branche unter Kapitalmarktgesichtspunkten beschäftigt, weil GECAS eben „nur“ eine Tochter von GE ist und nicht eigenständig an der Börse notiert.

Wenn der Deal durchgeht (Hauptversammlungen und Kartellbehörden müssen noch zustimmen) wird die Flotte von Aercap ungefähr doppelt so groß sein, wie die vom nächsten Wettbewerber. Dazu kommen dann noch über 900 Triebwerke und über 300 Hubschrauber. Insbesondere bei letzteren aber auch bei den Triebwerken bin ich gespannt, ob das Geschäft dauerhaft fortgeführt wird. Für GE als Triebwerkshersteller machte es total Sinn, dass GECAS stark im Triebwerke Leasing aktiv ist. Ob das für Aercap auch so sein wird, wird man sehen. Das kommt sicherlich auch darauf an, ob man die heute wahrscheinlich günstigen Konditionen in die Zukunft mitnehmen kann.

Sehr viele Informationen gibt es bisher noch nicht, aber im folgenden habe ich mal ein paar Punkte aufgeschrieben, die mir bis hier her gefallen bzw. misfallen.

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Gladstone Land – Vorzüge Serie B

ISIN: US3765493099

aktueller Kurs: 25,04 USD

Gladstone Land habe ich hier vor knapp zwei Jahren mal kurz vorgestellt. Die Vorzugsaktien der Serie A gefielen mir damals nicht und die Stammaktien haben seitdem auch nie ein Niveau erreicht, das mich zu einem Kauf verleitet hätte.

Seit Oktober letzten Jahres sind aber auch die Vorzüge der Serie B an der Börse notiert und da ich gerade dabei bin mal ein paar alte to-dos von meiner Liste zu erledigen, habe ich mir die Konditionen der Serie B mal näher angeschaut.

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Pacific Basin – kleine Massengutfrachter

ISIN: BMG684371393

aktueller Kurs: 0,155 USD

Mittlerweile ist es schon mehr als 4 Jahre her, dass ich mit Diana Shipping im Bulker Markt investiert war. In der Zeit habe ich bei den Diana Stammaktien einige steile Kursanstiege verpasst und einige Kursstürze vermieden.

Quelle. comdirect

Natürlich hätte ich den Anstieg von 2,40 auf fast 6 USD gerne mitgenommen. Alles in allem bin ich trotzdem mit meiner Entscheidung zufrieden, denn die häufigen großen Kursausschläge in beide Richtungen bestätigten meine damalige Einschätzung, keinen klaren Trend erkennen zu können. Mit den großen Bulkern fühle ich mich auch nach wie vor nicht wohl. Sie werden hauptsächlich für den Transport von Eisenerz und Kohle eingesetzt und China ist dafür der mit Abstand wichtigste Markt. Die Entwicklungen in China sind für mich soweit weg, dass ich mir dafür weiterhin keine Einschätzung zutraue.

Natürlich ist China auch für die sogenannten Minor Bulks ein wichtiger Markt. Zu denen gehören zum Beispiel alle sonstigen Metalle und Getreide. Trotzdem ist meine Einschätzung, dass die Nachfrage für die Minor Bulks internationaler ist und weniger von politischen Entscheidungen in China abhängt.

Pacific Basin ist das einzige mir bekannte, börsennotierte Unternehmen, das ausschließlich eine Flotte von Handysize und Supramax Massengutfrachtern betreibt.

Ich verfolge Pacific Basin bereits seit 2014 in unregelmäßigen Abständen, aber zu einem Artikel ist es bisher nie gekommen, weil ich immer frühzeitig von einem Kauf Abstand genommen habe. Jetzt finde ich die Marktlage für kleine Bulker aber so interessant, dass ich zumindest mal meine Gedanken zu „Papier“ bringe.

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Rückblick auf das Corona Jahr und frohe Weihnachten

2020 war für mich, wie wahrscheinlich für die meisten, eines der weniger schönen Jahre auch wenn das in meinem Fall jammern auf hohem Niveau ist, denn in meinem engeren Freundes- und Familienkreis wurde niemand gesundheitlich oder wirtschaftlich schwer von Corona getroffen. Trotzdem war es natürlich schade um die eine oder andere Reise und vor allem um die vielen sozialen Kontakte die der Vorsicht zum Opfer gefallen sind.

Zumindest an den Börsen war das Jahr 2020 für mich insofern „gut“, dass es mal wieder viele interessante Situationen gab. Auch wenn ich persönlich im Gegensatz zum DAX die Verluste seit Anfang des Jahres noch nicht ganz wieder aufholen konnte und mit etwa 10% im Minus liege, glaube ich, dass ich einige Investments machen konnte, die sich längerfristig auszahlen werden.

Hoffnungsträger

Bereits gut gelaufen sind meine diesjährigen Investments in BASF, Innergex und Merlin Properties. Gemischt sieht es bis jetzt noch bei Aercap aus. Bei einem heutigen Niveau um die 40 USD waren die ersten Nachkäufe bei 54 USD zu früh und die letzten bei 24,5 waren genial. Leider kam mein Versuch bei unter 20 USD noch mal nachzukaufen ein paar Stunden zu spät und ist nicht mehr ausgeführt worden.

teure Lehrstunde – Offshore Drilling

Ungefähr die Hälfte meiner negativen Jahresperformance geht auf ein einziges Engagement zurück und zwar die Anleihen von Valaris. Mein Engagement in Offshore Drilling Anleihen war teuer und hoffentlich lehrreicher als es jede weitere theoretische Ausbildung sein könnte, über die ich gelegentlich mal nachgedacht habe.

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Headwater Exploration – Kurssprung nach Akquisition

aktueller Kurs: CAD 1,68

Anfang des Jahres habe ich von der Umbenennung von Corridor Resources in Headwater Exploration berichtet. Damit verbundenen war auch ein Management buy in und eine Kapitalerhöhung. Damals konnte ich mit einem hübschen Kurssprung Chart beginnen. Corona bedingt hat der Kurs im März schwer gelitten und hat sich seitdem mühsam wieder in Richtung des alten Niveaus entwickelt. Diese Woche hat sich meine Geduld gelohnt, denn jetzt kann ich wieder mit einem hübschen Chart aufwarten.

Quelle: comdirect
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Quickcheck: Hipgnosis

ISIN: GG00BFYT9H72

aktueller Kurs: 118,7 Gbp

Ich bin in der Wirtschaftswoche auf einen interessanten börsennotierten Fonds gestoßen, der am Rande wenn nicht sogar etwas außerhalb meines Kompetenzbereichs liegt.

Hipgnosis wurde gegründet um in bestehende Musikrechte Kataloge zu investieren. Anders als Plattenlabels wird Hipgnosis also keine Künstler unter Vertrag nehmen, um neue Werke zu vermarkten, sondern nur die Rechte an bereits bestehenden Katalogen erwerben. Beruflich habe ich mich zwei oder drei Mal mit Musikrechten beschäftigt. Das ist aber zum einen lange her und zum anderen kam es am Ende nie zu einem Investment. Meine Kenntnisse blieben also relativ oberflächlich. Trotzdem habe ich mir Hipgnosis mal ein wenig näher angeschaut.

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