Archiv der Kategorie: Analysen

Volkswagen Aktienanleihe

ISIN: DE000PX5R2E8

aktuelle Rendite: 6,1%

aktueller Kurs VW Vz: 171 Euro

Aktienanleihen haben einen ähnlichen Charakter wie der Verkauf eines Puts und die verzinsliche Anlage der Mittel, die gebraucht würden, um den Put im Falle eines Falles zu erfüllen. Da der Kauf von Aktienanleihen mit kleineren Beträgen leichter umsetzbar ist, als der direkte Verkauf von Puts an der Terminbörse mag ich Aktienanleihen grundsätzlich gerne. Allerdings kaufe ich sie nur, wenn ich grundsätzlich nichts dagegen hätte, wenn der Put tatsächlich ausgeübt werden würde. Da Aktienanleihen nur für sehr große Titel emittiert werden, die meistens außerhalb meines Circle of Competence liegen, ergibt sich für mich deshalb leider selten die Chance dazu.

Ich habe Ende letzten Jahres irgendwo, vermutlich in der Wirtschaftswoche, aufgeschnappt, dass das erwartete 2019‘er KGV der Volkswagen Vorzüge nur noch bei rund 6,5 (aktuell 5,8) liegt. Mir war zwar bewusst, dass die Autokonzerne optisch alle niedrig bewertet sind und die Frage ob die Elektromobilität sich nun durchsetzt oder nicht, bietet ja auch genug Risiken, aber ein KGV von um die 6 ist aber schon echt niedrig.

Ich bin seit 2015 erfolgreich in der Hybridanleihe von VW investiert und überfliege seither jeden Quartalsbericht zumindest oberflächlich und eigentlich ergibt sich für mich daraus bis auf die mittel- bis langfristigen Grundsatzthemen kein Grund für eine so niedrige Bewertung. Trotzdem versuche ich mir meiner Unzulänglichkeiten als Analyst der Automobilbranche bewusst zu bleiben und habe wie bei der Hybridanleihe nach einem zusätzlichen Sicherheitspuffer gesucht, statt mich direkt auf die Aktien zu konzentrieren. In diesem Fall eine Aktienanleihe.

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Corridor Resources – endlich Kurssprung

aktueller Kurs: 1,27 CAD

Am ersten November letzten Jahres habe ich kurz berichtet, dass Corridor Resources einen Prozess begonnen hatte, um auf die eine oder andere Art z.B. durch einen Verkauf oder einen Merger den Wert zu heben, den das Unternehmen hat, der sich aber nicht an der Börse widerspiegelte.

Vorgestern wurde nun bereits das Ergebnis dieses Prozesses präsentiert und die Börse hat wie folgt darauf reagiert:

Quelle: comdirect
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Prokon – Windpark besicherte Anleihe

ISIN: DE000A2AASM1

aktuelle Rendite: 5,5%

Prokon ist ein Windparkentwickler und -betreiber mit Sitz in Itzehoe in der Nähe von Hamburg. Prokon ist heutzutage eine eingetragene Genossenschaft mit mehr als 39.000 Mitgliedern und damit nach eigener Einschätzung die größte Energiegenossenschaft Deutschlands. Prokon betreibt laut Internetseite in Deutschland 324 Windenergieanlagen mit einer Nennleistung von 598 MW. Dazu kommen noch 45 Anlagen in Polen mit einer Nennleistung von 90 MW.

Genossenschaftsanteile sind jetzt nicht meine bevorzugte Investitionsmöglichkeit, aber das macht auch nichts, denn es gibt von Prokon eine börsennotierte Anleihe. Das besondere an dieser Anleihe ist, dass sie durch konkrete Windparks besichert ist und zwar ohne dass auf Projektebene noch Darlehen von Banken vorhanden sind. Diese besicherte Anleihe ist also wirklich besichert und hat nicht, wie so häufig in dieser Branche, den Charakter einer Mezzanine Finanzierung. Eine weitere Besonderheit, die fast schon zwingend aus der ersten folgt, ist die Tatsache, dass die Anleihe jährlich getilgt wird.

Mit über 5% liegt die Rendite höher als man heute beim Erwerb neuer, deutscher Windparks erwarten kann. Gibt es einen Haken oder ist die Anleihe eine super Schnäppchen?

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Teekay Corp. – 100% Upside?

aktueller Kurs: 4,735 USD

Teekay habe ich hier bereits vor etwas über 6 Jahren vorstellt. Damals fand ich die Bewertung mehr oder weniger fair und wollte noch auf einen Abschlag warten. Der Kursabschlag kam dann auch, allerdings in Verbindung mit schlechten Nachrichten bzw. schlechten Aussichten. Ich habe deshalb bis zu diesem Artikel noch nicht gekauft. Selten war eine Entscheidung besser als diese:

Quelle: comdirect

Jetzt 6 Jahre später mehren sich allerdings für mich die Zeichen, dass Teekay die bestehenden Schwierigkeiten überwunden hat und der Kurs sich deutlich erholen könnte.

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Eigenkapitalforum 2019

In diesem Jahr bin ich zum dritten Mal beim Eigenkapitalforum der Deutsche Börse gewesen. Ich habe, wie immer, versucht mich auf Unternehmen aus meinem Kompetenzbereich zu konzentrieren. Auf der EKF sind das erneuerbare Energien und Immobilien, denn Unternehmen aus dem Transportwesen sind dort kaum vertreten. Hapag Lloyd hat zwar gestern präsentiert, aber ich bin gestern nicht mehr dort gewesen. Für mich wäre neben Hapag Llyod nur noch ABO Wind interessant gewesen und ausgerechnet diese beiden haben gleichzeitig präsentiert. Deshalb habe ich darauf verzichtet extra noch mal hinzufahren. Im Folgenden fasse ich kurz meine Notizen und Gedanken zusammen:

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Aircastle – Übernahmeangebot mit 34% Aufschlag

aktueller Kurs: 32,27 USD

Aircastle ist eine Flugzeugleasing Gesellschaft über die ich hier nur 2012 einmal geschrieben habe. Da Flugzeugleasing einer meiner Schwerpunkte ist, da ich in der Branche selber mal gearbeitet habe, habe ich Aircastle trotzdem in jedem Quartal zumindest grob verfolgt. Hier aufgetaucht ist Aircastle nicht mehr, weil Aercap für mich das bessere Unternehmen mit dem besseren Flugzeugportfolio ist.

Zum richtigen Preis hätte ich auch in Aircastle investiert, aber relativ zum Kurs von Aercap war Aircastle in meinen Augen nie niedrig genug bewertet. Gestern ist sogar das Gegenteil eingetreten. Das Unternehmen hat ein freundliches Übernahmeangebot mit einem Aufschlag von 34% bekanntgegeben.

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Corridor Resources – große Veränderungen

aktueller Kurs: 0,74 CAD

Schon 2017 als ich Corridor Resources hier neu vorgestellt habe, war ein Argument für mich, dass bereits zwei aktivistische Fonds bei dem Unternehmen investiert waren, die hoffentlich dafür sorgen würden, dass die im Verhältnis zur Unternehmenswert hohen Cash Bestände sinnvoll verwendet werden. Wie in den Updates dazwischen beschrieben, ist bei dem Unternehmen viel, zum Glück positives, passiert, dass ich nicht antizipiert hatte. Das hatte mir vor knapp einem Jahr auch erlaubt Gewinne zu einem Kurs von 0,95 CAD mitzunehmen.

Von dem von mir erwarteten Einfluss der aktivistischen Investoren war aber nicht viel zu spüren, außer vielleicht der Tatsache, dass das Management keine Harakiri Risiken eingegangen ist. Das hat sich gestern nun geändert.

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Euronav und DHT – Charterraten explodieren

Kurs Euronav: 9,60 EUR

Kurs DHT: 6,50 EUR

Ich habe 2017 in Euronav investiert und bei DHT aufgestockt, weil sich die Preise für Rohöl-Tanker in der Nähe ihrer historischen Tiefststände befanden. Aus meiner Sicht ergab sich die Chance für einen klassischen Einstieg im zyklischen Tief in einem Segment in dem ich weniger weltwirtschaftliche Sorgen bzgl. der Nachfrage habe als bei Bulkern und Containern.

Meine Einschätzung war grundsätzlich nicht falsch, brauchte aber auch Geduld, denn es wurden im letzten und Anfang diesen Jahres immer noch mehr Tanker neu ausgeliefert als eigentlich gebraucht wurden. Das verhinderte eine nachhaltige Verbesserung. Stattdessen kam es nur zu sehr starken kurzfristigen Schwankungen. Kräftigen Erholungen mit sehr profitablen Charterraten standen im Jahreszyklus deshalb teilweise auch Charterraten gegenüber, die kaum die laufenden Kosten decken konnten. Die Aktienkurse stiegen deshalb bis zum Sommer nicht so sehr an, wie ich das erhofft hatte.

DHT Chart – Quelle comdirect
Euronav Chart – Quelle comdirect

Wie man dann in den Charts sieht, ging es dann jetzt ganz schnell doch noch deutlich nach oben.

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Opap – Übernahmeangebot

aktueller Kurs: EUR 9,30

Mit Opap, dem griechischen Anbieter von Glücksspielen und Sportwetten, verbindet mich mehr als mit den meisten anderen Werten in meinem Depot. Zum einen war das Engagement in der Euro Finanzkrise recht erfolgreich und zum anderen war Opap das allererste Unternehmen über das ich hier im blog geschrieben habe. Mein letzter Artikel liegt allerdings schon fast 4 Jahre zurück. Das liegt im Wesentlichen daran, dass sich meine Einschätzung im letzten Opap Artikel seither nicht wesentlich geändert hat. Kurz zusammengefasst: optisch günstig, >7% Dividendenrendite attraktiv, aber auch grundlegende Risiken.

2013 wurde der griechische Staat von der Europäischen Union genötigt Staatsbesitz zu privatisieren. Soweit ich das überblicke, ist da nicht sehr viel passiert, aber rund ein Drittel der Anteile an Opap wurden so privatisiert und gehören heute Emma Delta, einem Joint Venture des tschechischen Glücksspiel Konzerns Sazka und des griechischen Schiffsmagnaten Melissanidis. Gestern erreichte mich ein freiwilliges Übernahmeangebot von Sazka, die 100% der Anteile an Opap übernehmen will.

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