crowdinvesting

 

26.1.2012 von admin.

Ich bin in der Wirtschaftswoche auf die Seite www.seedmatch.de aufmerksam geworden. Es geht dabei um crowdinvesting für venture capital. Die Idee beim crowdinvesting ist es Intermediäre wie Banken und Fonds auszuschalten und einen direkten Weg von vielen Privatinvestoren zum Kapitalsuchenden zu ermöglichen. Dieses Konzept gibt es bereits als Plattformen für die Kreditgewährung z.B. www.smava.de und nun z.B. bei seedmatch auch für Venture Capital. Grundsätzlich finde ich die Idee interessant, da es die Chance bietet direkt Investitionen zu tätigen, die normalerweise nur indirekt mit den damit verbundenen höheren Kosten möglich sind. Interessant ist es natürlich nur für den, der sich in der Lage sieht den Business Plan eines start-ups zu prüfen und zu bewerten und der die höheren Risiken die mit Wagniskapital verbunden sind tragen kann.

Die ganze Idee des crowdinvesting ist noch relativ neu und auch seedmatch scheint sich noch im Aufbau zu befinden. Deshalb muss sich erst noch zeigen, ob sich das Konzept bei den wirklich vielversprechenden Ideen gegen die traditionellen Venture Capital Kapitalgeber durchsetzen kann oder ob sich hier nur die Firmen tummeln werden, die kein klassisches Wagniskapital bekommen konnten. Anschauen konnte ich mir bisher noch keine möglichen Investments, da es aktuell auf der Seite kein Angebot gibt und man sich außerdem anmelden muss, was ich (noch) nicht getan habe.

Wenn ich die Informationen auf der Seite von seedmatch richtig verstanden habe, beteiligt man sich als typisch stiller Gesellschafter an den start-ups. Dies hat den Vorteil, dass die Formalien der Beteiligung und der laufenden Betreuung deutlich geringer sind, als bei Beteiligungen als „richtiger“ Gesellschafter. Ein Nachteil ist zwar, dass man als Investor keine Stimmrechte hat, aber damit könnte ich leben. Ein anderer Weg scheint auch schwer machbar, denn ein start-up würde, von dem Aufwand eine Vielzahl von Gesellschaftern mit Stimmrechten zu betreuen, sicherlich erdrückt werden. Deshalb ist der Ansatz für mich nachvollziehbar.

Eine Frage stellt sich mir allerdings trotzdem. Ein typisch stiller Gesellschafter ist dadurch definiert, dass er am laufenden Gewinn (und je nach Reglung auch Verlust) teilnimmt jedoch nicht an den stillen Reserven des Unternehmens. Ein typisch stiller Gesellschafter erhält am Ende seiner Beteiligung den Buchwert seiner Einlage zurück. Bei start-ups ist die Steigerung des Unternehmenswerts nun aber der Hauptgrund zu investieren und nach den Erläuterungen bei seedmatch soll das auch so sein. Sollten die Verträge, die ich (noch) nicht kenne, dies so vorsehen, wäre die Beteiligung aus meiner Sicht eher als atypisch stille Beteiligung zu sehen, was steuerlich aber dazu führen würde, dass die Gewinne aus dieser Beteiligung nicht der Abgeltungssteuer unterliegen sondern mit dem eigenen persönlichen Steuersatz versteuert werden müssten. Laut seedmatch erfolgt die Besteuerung jedoch mit der Abgeltungssteuer. Wenn man einen hohen persönlichen Steuersatz hat, geht so eine Menge der zusätzlichen Rendite, die man mit höherem Risiko erkauft hat an den Staat verloren. Dies zeigt folgendes vereinfachendes Beispiel:

Unterstellt mit börsennotierten Aktien könnte man 5% verdienen, so sind es nach 25% Abgeltungssteuer zzgl. Soli noch 3,7%. Verdient man hingegen mit Venture Capital 10% sind es nach 42% Steuersatz zzgl. Soli noch 5,6%. Während die Rendite vor Steuern also doppelt so hoch war ist die Rendite nach Steuern nur noch rund 50% höher. Wenn man glaubt, die Risiken ausreichend im Griff zu haben, kann das immer noch Sinn machen, aber die Entscheidung dafür fällt schwerer als bei gleicher Besteuerung.

Ich konnte diesen Widerspruch nicht auflösen, was durchaus nicht bedeutet, dass man ihn nicht auflösen kann. Deshalb habe ich seedmatch vor einigen Wochen eine e-mail geschrieben und um weitere Erläuterungen gebeten. Trotz einer weiteren Nachfrage, habe ich bisher leider überhaupt keine Antwort erhalten. So lange eine überzeugende Antwort ausbleibt, bleibt es damit für mich bei der interessanten Idee, aber anmelden werde ich mich dort so lange nicht.

Vortrag der Feri AG zur Schuldenkrise

24.1.2012 von admin.

Gestern war ich bei der Feri AG (www.feri.de) bei dem Vortrag: “Schuldenkrise – Handlungsempfehlungen für Kapitalanleger”. Feri wurde als Family Office der Familie Quandt gegründet und ist heute ein Multi-Family Office für große Mandate (Minimum 5 Mio. Euro) aus dem institutionellen und privaten Bereich. Daneben ist Feri für seine Analysen bekannt und betreibt eine eigene Rating Agentur. Der Vortrag war sehr interessant und die Vortragenden waren sehr kompetent.

Feri ist sind zumindest für die nächsten ein oder zwei Jahre optimistischer als ich es in den letzten Wochen war. Die Inflation könnte zwar mittelfristig ein größeres Thema werden, aber in den nächsten ein oder zwei Jahren kaum. Konjunkturell gehen sie in ihrem Hauptszenario ab dem zweiten Halbjahr 2012 von einer Erholung aus, auch weil sie davon ausgehen, dass die Eurokrise bis dahin auf die eine oder andere Art an den Finanzmärkten abgehakt werden muss. Vereinfacht gesagt, scheint es ihnen am wahrscheinlichsten, dass es eine Kombination von verstärkter gemeinschaftlicher Übernahme von Schulden, gleichzeitig mehr zentraler Kontrolle über die Haushalte und einem noch stärkeren Eingreifen der EZB geben wird. Ob es für die schwächeren Staaten dabei genug Anreize geben wird ihre Haushalte langfristig in den Griff zu bekommen oder ob es endgültig zu einer Transferunion kommt, die ggf. später auseinander bricht, kann man heute noch nicht sagen. Selbst wenn es klappt, werden Jahre vergehen bevor die Schulden auf ein verträglich Maß reduziert wurden und die Konsolidierung wird solange das Wachstum bremsen, aber die Krise insbesondere an den Finanzmärkten dürfte sofort vorbei sein, sobald die Märkte die Lösung als Lösung akzeptieren. Die Beseitigung der großen Unsicherheit wird die Konjunktur trotz Konsolidierung anschieben, da Investitionen die bisher aufgeschoben wurden, dann verstärkt nachgeholt werden.

Dieses Szenario ist in meinen Augen durchaus plausibel und deutlich positiver als der von mir zuletzt befürchtete große Knall. Ich werde kurzfristig trotzdem noch vorsichtig bleiben und abwarten wie die aktuelle Griechenland Diskussion ausgeht. Auch Feri hält es durchaus für möglich, dass die Politik wie im letzten Jahr zunächst noch mal enttäuscht und die Kurse noch mal wie im letzten August nachgeben bevor es hoffentlich zu dem großen Wurf kommt.

Ansonsten empfehlen die im Großen und Ganzen das was man auch woanders liest: Diversifikation ist wichtig, corporate bonds von erstklassigen Unternehmen sind interessanter als Staatsanleihen, Sachwerte wie Ackerland oder Wald (bei 5 Mio. Mindestportfoliogröße auch leichter umsetzbar), Emerging Markets, Rohstoffe etc.

Mir hat der Vortrag mal wieder verdeutlich, wie eine professionelle Herangehensweise aussieht und das meine Analysen in diesem blog mangels Zeit und Ressourcen nicht über Hobby Niveau hinauskommen können. Das macht den blog für mich nicht weniger wertvoll und interessant, aber es ist trotzdem gut die eigenen Möglichkeiten auch mal wieder richtig einzuordnen.

 

3 Antworten auf “Vortrag der Feri AG zur Schuldenkrise”

  1. Bob sagt:
    26.2.2012 bei 12:36

Hallo,

schöner Blog. bin ich heute drauf gestossen. Das heisst die kompetenten Experten wissen auch nicht wie die Zukunft aussieht. Es werden Szenarien entworfen die eintreten oder auch nicht. Geld anlegen kann man nicht danach … und die Rendite von den geführten Depots würde mich mal interessieren. Ich kann mir vorstellen, daß ein Family Office soviel Rendite frisst das die deutlich unter den Standard Indizes liegen (klaro, die werden jetzt argumentieren, daß die nie 100% in Aktie sind).

Von Experten hab ich echt genug :=)…

weiter so. Schöner Blog.

  1. admin sagt:
    26.2.2012 bei 13:23

Danke für das Lob :-)

Das mit den Experten würde ich nicht ganz so kritisch sehen. Selber hat man ja auch keine Kristallkugel. Wie die da dran gehen, halte ich schon für sehr professionell. Natürlich mache ich mir lieber selber meine Gedanken, weil Geld investieren für mich eine Leidenschaft ist, aber wenn dem nicht so wäre und ich die 5 Mio. Mindestkapital hätte, würde ich mich bei denen wesentlich besser aufgehoben fühlen als beim private wealth Management so mancher Bank.

Zur performance ihrer Mandanten haben sie im Detail nicht viel gesagt. Nur nebenbei bemerkt, dass man nicht unzufrieden sein soll, wenn man heutzutage nachhaltig 5% vor Steuern schafft.

e.on und Gagfah

23.1.2012 von admin.

Bei e.on bin ich heute mit 15,84 Euro pro Aktie im Rahmen meiner allgemeinen Absicherungsstrategie ausgestoppt worden. Ich habe zwar in meinem ersten Beitrag geschrieben, dass ich einen fairen Wert eher bei 18 bis 20 Euro sehe, bin aber trotzdem nicht so ganz sicher, ob ich den Wert für einen möglichen Wiedereinstieg intensiv weiter verfolgen werde. Die Unsicherheit beim Geschäftsmodell und bei den Kosten der Abschaltung der AKWs sind schon groß und von außen schwer zu beurteilen. Immerhin habe ich auch mit dem Kurs nach dem Zukauf zu 14 Euro pro Aktie einen Teil der Verluste mit der vorherigen Aktienanleihe kompensieren können.

Gagfah fällt mal wieder um über 3%. Anlass dürfte die Nachricht sein, dass eine Mitarbeiterin aus Dresden festgenommen wurde.  Es geht um den Verkauf eines Mehrfamilienhauses, bei dem angeblich falsche Angaben zum Zustand gemacht wurden. Inhaltlich kann ich das überhaupt nicht beurteilen, aber natürlich wirft es mal wieder kein gutes Licht auf das Unternehmen. Ich werde noch mal ein oder zwei Tage abwarten, um eine Kurzschlussreaktion zu vermeiden, aber spontan würde ich weitere Bestände absichern. Eigentlich ist der aktuelle Kurs aus meiner Sicht am unteren Ende des fairen Bereichs, aber wenn man immer wieder negativ überrascht wird, muss man sich schon fragen, ob man investiert bleiben sollte.

 

7 Antworten auf “e.on und Gagfah”

  1. Stefan sagt:
    26.1.2012 bei 13:54

zu Gagfah:
ich hab mal in einer Wohnung der Gagfah gewohnt und durfte dort eher schlechte Erfahrungen machen. Was letztendlich auch der Grund für die Suche einer neuen Wohnung war.
Obwohl es natürlich schwer sein dürfte, von einem Einzelfall auf das gesamte Unternehmen zu schließen.

  1. Holger sagt:
    1.2.2012 bei 22:53

Ich habe mal in einer Wohnung von Immeo gewohnt und habe da auch eher schlechte Erfahrungen gemacht, was zufällig auch ziemlich gut mit dem Ruf des Unternehmens übereinstimmte. ;-)

Aber selbst wenn: Heißt ja nicht, dass es deshalb eine schlechte Aktie sein muss – höchstens ein unsympathisches Unternehmen.

Ich gestehe: Das ist so eine Aktie, bei der ich seit Jahren immer wieder mal überlege, ob ich nicht einsteigen sollte – weil sie einfach niedrig bewertet ist und niemand etwas Positives darüber schreibt. Andererseits kamen bisher aber ja auch wirklich immer wieder neue schlechte Nachrichten…

  1. Holger sagt:
    1.2.2012 bei 22:54

Und mit “das” meine ich natürlich auch die Gagfah. ;-)

  1. Tim Schaefer sagt:
    21.2.2012 bei 02:39

2 gute Ideen.
Eon hat es ziemlich übel erwischt. Eigentlich schon vor dem GAU in Japan. Wegen all der zusätzlichen Steuern (Brennelementesteuer etc.)

Einerseits ist der Sektor extrem reguliert, das macht die Sache schwer zu kalkulieren. Andererseits brauchen wir Strom. Und Eon ist ein ziemlich großer Player in Europa.

Ich finde die Ideen im Blog exzellent. Beste Grüße Tim

  1. Aktienanalysen sagt:
    26.2.2012 bei 12:41

E.ON halte ich auf dem aktuellen Niveau für kaufenswert. Allerdings hab ich das schon bei einem 30% höheren Aktienkurs gesagt :=). Nichtsdestotrotz ergeben sich auch bei einem höheren Aktienkurs noch interessante Renditen (Dividende) für die Aktionäre.

Gagfah ist ebenfalls interessant. Der FFO ist in Ordnung. Die Immobilien sind wirklich da. Die Gefahr durch die Klagen halte ich für übertrieben, da die Klagen an sich kaum Chance haben meiner Meinung nach.

Falls Dich E.ON interessiert dann kannst ja mal auf meinem Blog vorbeischauen. Da hatte ich vor einiger Zeit eine kleine Aktienanalyse von Energieaktien gemacht. RWE, E.ON und ein paar andere im längerfristigen Vergleich.

Grüße.
Robert

  1. admin sagt:
    26.2.2012 bei 13:50

Ich habe gerade mal den angesprochenen Vergleich gelesen. Respekt vor der vielen Arbeit! Normalerweise würde ich sagen, dass ein so langfristiger und breiter Ansatz genau richtig ist, auch wenn mir meistens die Zeit fehlt so gründlich vorzugehen. Bei den Versorgern bleibe ich allerdings zumindest was RWE und E.ON angeht bei der Sorge, dass die alten Zahlen aufgrund des Atomausstiegs nicht mehr viel bedeuten. Gerade die Berechenbarkeit, die diese Werte früher ausgezeichnet hat, sehe ich heute nicht mehr. Ich schließe gar nicht aus, mich den Werten noch mal zu nähern, aber momentan habe ich genug andere Werte, die ich mir gerne noch Näher anschauen möchte. Zum Stichwort erneuerbare Energien können die Atomkraft heute noch nicht ablösen, treibt mich z.B. noch um mich mich Uran Werten zu beschäftigen (Bestandshalter oder Minen). Ich bin zwar anderer Meinung, aber wenn fast die ganze Welt trotzdem auf die Atomkraft setzt, heißt das ja nicht, dass man mit Uran nicht trotzdem Geld verdienen kann.

Vale – kurzes update

17.1.2012 von admin.

Vale hat gestern bekanntgegeben, dass die Mindestdividende für das Jahr 2012 USD 6 Mrd. betragen wird. Ausgeschüttet wird jeweils die Hälfte am 30. April und am 31. Oktober. Letztes Jahr wurden noch USD 9 Mrd. ausgeschüttet und zusätzlich wurden für USD 3 Mrd. eigene Aktien zurückgekauft. In der Höhe wurde das Anfang des letzten Jahres auch noch nicht angekündigt, es besteht also noch die Chance, dass es nicht bei der Mindestdividende bleibt. Andererseits erwarten Analysten, dass der Gewinn 2012 um 13% niedriger ausfallen wird als 2011.

http://www.bloomberg.com/news/2012-01-17/vale-plans-to-pay-at-least-6-billion-in-dividends-this-year.html

Auf Basis des aktuellen Kurses ergibt sich aus der Mindestdividende eine Rendite von 4,8%. Das KGV ist optisch auch noch sehr niedrig. Trotzdem kann ich mich noch nicht dazu entschließen wieder einzusteigen. Die aktuelle Kursrally freut mich zwar, aber ich kann den Optimismus noch nicht so richtig teilen. Nur weil es keiner mehr hören kann, ist die die Eurokrise jetzt vorbei? Schwer zu glauben.

 

 

Marine Harvest – Update

6.1.2012 von admin.

Agrar- und Lebensmittelwerte interessieren mich nach wie vor. Auch wenn ich aktuell gerade nicht davon ausgehe, dass es eine gute Zeit ist, um zu kaufen, habe ich mir deshalb gerade mal wieder die Entwicklung von Marine Harvest in Norwegen angeschaut (erste Vorstellung im Sept. 2011).

Die damals angesprochene Verschlechterung der Preise hat sich fortgesetzt. Die angebotenen Mengen bei Zuchtlachs sind stark gestiegen und damit die Preise deutlich gefallen. Während Analysten im September für das Jahr 2012 noch von einem um 30% sinkenden Ergebnis ausgegangen waren, ist es mittlerweile so, dass Analysten erwarten, dass das Ergebnis nur noch ca. 30% vom 2011’er Ergebnis betragen wird! Auf dieser sehr reduzierten Basis und bei einem unveränderten Kurs von ca. 2,8 NOK pro Aktie beläuft sich das erwartete KGV für 2012 auf 13,25. Da der Kurs unverändert ist, war diese Entwicklung offensichtlich schon eingepreist. Ein klassisches Beispiel dafür, dass optisch niedrige KGVs nicht immer eine günstige Bewertung signalisieren.

Um der Unsicherheit über die künftige Entwicklung der Preise Rechnung zu tragen, plant das Management die eigenen Investitionen von ca. 1 Mrd. NOK auf ca. 400 Mio. NOK zu reduzieren. Zum Ende des dritten Quartals waren die netto Finanzschulden nochmals etwas auf ca. 6,15 Mrd. NOK gestiegen. Trotz des erneuten Anstiegs sollen sie im Jahr 2012 nach wie vor auf weniger als 5,5 Mrd. NOK reduziert werden. Diese 650 Mio. NOK werden die potentielle Dividende kürzen. In Kombination mit dem wahrscheinlich schlechten 2012’er Ergebnis ist es zweifelhaft, ob dass das Unternehmen eine attraktive Dividende zahlen wird, wenn es denn überhaupt eine gibt.

Mein Fazit ist daher das Unternehmen weiter zu beobachten und auf einen besseren Einstiegszeitpunkt zu warten.

Opap – weitgehend ausgestoppt

5.1.2012 von admin.

Die Aktie von Opap ist heute unter meinen stop loss Kurs für den allergrößten Teil meiner Opap Aktien gefallen. Ich bringe das mit den Warnungen vor einem unkontrollierten Staatsbankrot in Verbindung, auch wenn der Gesamtmarkt in Athen weniger fällt als die Opap Aktie. Konkrete firmenbezogene Nachrichten konnte ich im deutsch und englischsprachigen Internet nicht finden.  Ich werde das Unternehmen weiter verfolgen, da ich es nach wie vor für gut aufgestellt und grundsätzlich günstig bewertet halte. Allerdings nur dann sehr günstig bewertet, wenn Griechenland nicht aus dem Euro aussteigt. Ich habe mittlerweile Stimmen gelesen, die im Falle eines Falles von einer zumindest temporären Abwertung der Währung von 50% bis 60% ausgehen. Sollte das eintreten, wäre die Bewertung der Opap Aktie in Euro gerechnet nicht mehr so günstig. Leider halte ich dieses Szenario für immer wahrscheinlicher, weil ich einfach keine Strukturreformen erkennen kann. Ohne die kann Griechenland aber nicht dauerfhaft im Euro bleiben.

Aus meiner Sicht gilt es jetzt abzuwarten, bis sich meine Einschätzung als zu pessimistisch herausstellt oder der Austritt Realität ist und man sich mit der Bewertung inkl. neuen Währungskursen beschäftigen kann.

4 Antworten auf “Opap – weitgehend ausgestoppt”

  1. Anonym sagt:
    5.1.2012 bei 15:21

Hallo,

sind das nicht genau die Momente, wo man sich immer vornimmt einzusteigen und sich in einigen Monaten wundert, warum man es nicht getan hat, da die Signale aus der Retroperspektive doch so klasklar aussehen?

  1. admin sagt:
    5.1.2012 bei 15:55

Einen guten Moment zum Wiedereinstieg zu finden, wird bestimmt interessant. Früher habe ich das Timing ziemlich ignoriert und war bereit bei deutlichen Verlusten lange abzuwarten bzw. sogar immer mehr zuzukaufen. Blöd ist nur, wenn man bei unverändert Meinung erst 20% oder 30% Verlust aushält und dann irgendwann doch seine Meinung ändern und den Verlust realisieren muss. Deshalb habe ich mir jetzt vorgenommen, konsequenter stops zu setzen und wenn die ausgeführt werden, erst Gründe abzuwarten, warum eine Abwärtsbewegung vorbei sein könnte. Das neue Motto ist, lieber im Aufwärtstrend was verpassen als im Abwärtstrend den ganzen Weg nach unten mitgehen.

Wie und ob ich das umgesetzt bekomme, kann man dann hier weiter verfolgen.

  1. Anonym sagt:
    6.1.2012 bei 11:55

Hey,

ja, das ist natürlich der vermeindlich bessere Weg. Ich gehe dennoch den ersten Weg, ggf. auch weil ich noch zu weniger Erfahrung habe…

Allerdings versuche ich dann immer, es über die Dividende zu rechtfertigen, was eigentlich ganz gut klappt.

Wie steht es eigentlich mit der Opap Dividende? Im Dezember war ja nix.

  1. admin sagt:
    6.1.2012 bei 13:55

Bezüglich Opap Dividende habe ich im Vorfeld irgendwo gelesen, dass die ausfallen könnte, da das Unternehmen ja nun wg. den zusätzlichen Lizenzen erheblichen Finanzbedarf hat. War aber keine offizielle Mitteilung des Unternehmens, deshalb hatte ich hier nix dazu geschrieben. Das Gerücht hat sich nun aber in der Tat bestätigt, da es keine Dividende gab.

Absicherungen und Verkäufe

 

21.12.2011 von admin.

Seit gestern Nachmittag steigt die Börse wieder und vielleicht kommt es doch noch so ein bisschen zu einer Jahresendrally. Anfang der Woche bin ich hingegen, leider etwas zu früh, bei Vale, France Telecom und Indus ausgestoppt worden. Vale halte ich damit momentan gar nicht mehr, France Telecom deutlicher weniger und Indus habe ich immer noch relativ viele.

Ich habe inzwischen so gut wie alles mit stop loss Kursen versehen was nicht vor der Einführung der Abgeltungssteuer gekauft wurde. Während der Lehman Pleite war ich immer recht sicher, dass es nicht so schlimm kommen wird und habe in die Panik hinein immer weiter nachgekauft. Heute schätze ich die Lage kritischer ein als damals aber die Kurse sind noch wesentlich höher als am Ende der letzten Krise.

Heute fehlen mir in der Eurozone einfach die notwendigen Strukturveränderungen. Die Staaten kürzen zum Teil ihre Budgets und erhöhen Steuern, teilweise reden sie auch nur darüber, selbst was sie tun reicht meines erachtens nicht (vielleicht mit Ausnahme von Irland). Es müssten Maßnahmen ergriffen werden, um die jeweilige Wirtschaft international wieder wettbewerbsfähiger zu machen. So lange das nicht geschieht, wird das Vertrauen der Märkte nicht zurückkehren. Zu befürchten ist dann, dass die EZB doch noch die Druckerpresse anwirft und es längere Zeit zu einer hohen Inflation/Stagflation kommt oder, was ich immer mehr befürchte, die Euro Zone bricht so richtig auseinander.

Von der vorherigen Krise habe ich zwar durch einen kühlen Kopf profitiert, aber nicht genug, da ich zu viel Bestand in die Abwärtsbewegung mitgenommen und zu früh mit dem nachkaufen begonnen habe. Deshalb habe ich jetzt beschlossen mit engeren stop loss Absicherungen zu arbeiten. Ausgestoppte Werte für die sich meine fundamentale Einschätzung nicht ändert, werde ich genauso weiterverfolgen, wie Werte aus meinem Depot, um zu einem späteren Zeitpunkt zu hoffentlich günstigeren Kursen wieder einzusteigen. Selbst wenn die Kurse beim Wiedereinstieg etwas höher sein sollten, wäre mir das die zwischenzeitliche Sicherheit wert. Den Wiedereinstieg will ich dann vornehmen, wenn gesamtwirtschaftlich oder aus dem Unternehmen heraus etwas dafür spricht, dass der aktuelle Bärenmarkt vorbei ist oder sehr bald vorbei sein wird. Mal sehen ob mir diese Kunst gelingt.

Ich wünsche allen die dies lesen frohe Weihnachten und  einen guten Rutsch ins neue Jahr. 2012 wird an den Finanzmärkten bestimmt spannend bleiben.

weitere Absicherungen

6.12.2011 von admin.

Die im letzten Beitrag beschriebenen Absicherungen bei Indus und Accell Group haben kurz nach der Ordererteilung gegriffen. Gestern habe ich noch bei e.on eine Absicherung für ca. ein Viertel meiner Aktien eingezogen und die hat gleich heute Morgen gegriffen. Nachdem der Markt sich letzte Woche so schön erholt hat, sehe ich die aktuellen Kurse eher als Kurse zum absichern, denn ich werde mittelfristig insbesondere was den Euro angeht immer skeptischer. Deshalb habe ich heute alle meine Aktien von Bolsas Y Mercados (BME) und weitere noch nicht besprochene Werte mit stop loss Kursen abgesichert.

BME hat sich eigentlich gar nicht schlecht entwickelt. In den ersten 9 Monaten konnte das Ergebnis im Vergleich zu 2010 etwas gesteigert werden. KGV und Dividendenrendite sind weiter sehr attraktiv. Unter gesamtwirtschaftlich ruhigeren Umständen würde ich eher kaufen als verkaufen. Unter den gegebenen Umständen sichere die Aktie ab, weil hier mit einem kleinen Gewinn und inkl. Dividende mit einer ansehnlichen Rendite aussteigen kann. Bei France Telecom z.B. scheue ich mich noch etwas, da mir der Kurs da eigentlich schon zu niedrig ist, was aber natürlich nicht heißt, dass es nicht noch tiefer gehen kann. Könnte einer der nächsten Werte sein, den ich absichere.

Absicherung bei Accell Group und Indus Holding

29.11.2011 von admin.

Seit meinem letzten Beitrag bin ich immer noch nicht so richtig weiter mit den Gründen für den stark gesunkenen Kurs der Accell Group. Allerdings habe ich mir heute die Insider Geschäfte von Vorstand und Aufsichtsrat angeschaut und rausgefunden, dass der CEO im September noch zu Kursen von über 16 Euro für über 300.000 Euro Aktien verkauft hat. Er hält zwar immer noch Aktien für über 1 Mio. Euro, aber ein gutes Zeichen ist das trotzdem nicht. Das war für mich der letzte Anstoß die Reise nicht noch wesentlich weiter nach unten zu begleiten. Bei 12,90 Euro pro Aktie habe ich einen stop loss abgegeben.

Eine weitere stop loss Order (Limit 18,50) habe ich gerade für einen weiteren kleineren Teil meiner Indus Holding Aktien eingestellt. Nicht weil ich nicht weiter von dem Unternehmen überzeugt wäre, sondern weil ich wegen der großen allgemeinen Unsicherheit gerne mein Depot ein bisschen verkleinern möchte. Indus bietet sich hier an, weil die Aktie nach den vielen günstigen Nachkäufen in der letzten Krise bei den aktuellen Kursen immer noch eine meiner größten Postionen ist.

Accell Group Update

24.11.2011 von admin.

Der Accell Aktienkurs dümpelte seit Monaten ohne große Bewegungen herum und da meine Position klein ist, habe ich sie nicht besonders stark beachtet. Sogar die versuchte Übernahme des deutschen Konkurrenten Derby Cycles hat daran wenig geändert. Schön finde ich, dass das Unternehmen einen Übernahmekampf vermieden und stattdessen die aufgebauten 22% Anteile an Derby Cycle mit 17 Mio. Buchgewinn an den höheren Bieter verkauft hat.

Dieser Buchgewinn führt dazu, dass das Unternehmen am 15. November verkünden konnte, dass die Prognosen für das Gesamtjahr 2011 wahrscheinlich erreicht werden. Die operativ schlechteren Ergebnisse aufgrund des kalten und nassen Sommers in vielen Teilen von Europa können so kompensiert werden. Auch ohne Sondereffekte soll das Gesamtjahr 2011 besser ausfallen als das Gesamtjahr 2010, das zweite Halbjahr war allerdings schlechter als das Vorjahr da hohe Rabatte gewährt werden musste, um die Restbestände des Modelljahres zu verkaufen.

Soweit so relativ gut. Negativ aufmerksam geworden bin ich auf die Aktie wieder, da mir in den letzten zwei Wochen aufgefallen ist, dass die Aktie überproportional stark an Wert verloren hat. Die obigen Neuigkeiten erklären das für mich nicht eindeutig. Einerseits ist das operative Ergebnis im zweiten Halbjahr zwar rückläufig, aber andererseits leuchtet mir ein, dass das Fahrradgeschäft auch vom Wetter abhängt und schon im eigenen Interesse hoffe ich, dass wir auch wieder bessere Sommer erleben werden. Ein weiteres Positivum ist für mich bei diesem stark auf Akquisitionen ausgerichteten Unternehmen zu sehen, dass man diszipliniert vorgegangen ist und keinen zu hohen Preis gezahlt hat und durch den Versuch sogar einen schönen Gewinn erzielen konnte.

Tendenziell könnte deshalb jetzt vielleicht eine Gelegenheit sein günstiger nachzukaufen, aber gerade bei so relativ kleinen Werten habe ich immer Sorge ein Informationsdefizit zu haben. Falls jemand also Gründe für den starken Verfall kennt, wäre ich für einen Hinweis dankbar.