Archiv der Kategorie: Analysen

Noratis ist insolvent

„Damit gewinnt Noratis jetzt auf der Fremdkapitalseite Zeit und freie Liquidität, um das Geschäft wieder in ruhigere Fahrwasser zu lenken. Das Geschäftsmodell an sich leuchtet mir immer noch ein und eine hohe Nachfrage nach Wohnungen gibt es in Deutschland auch immer noch.

Für einen richtigen Nachkauf fehlen mir der Mut und die Detailinformationen, aber das Spielgeld für die nächste Kapitalerhöhung setze ich noch mal ein. Vielleicht sehe ich meinen Einsatz dann irgendwann doch noch mal wieder.“

Dieses Zitat war das Fazit meines letzten Beitrags zu Noratis Ende des Jahres 2024. Die ruhigeren Fahrwasser hat Noratis leider nicht erreicht, aber zum Glück hatte ich mich auch entschieden nicht noch mehr gutes Geld schlechtem hinterher zu werfen, solange keine eindeutige Erholung eintritt. Das Gegenteil ist es jetzt eingetreten und die Gesellschaft hat Insolvenz angemeldet. Das wird dann wohl ein Totalverlust werden.

Nachdem ich meinen ursprünglichen Artikel gerade noch mal gelesen habe, ziehe ich daraus für mich zwei Lehren:

1) Ich werde noch konsequenter darauf achten, keine gute Strategie / Story zu kaufen, wenn der Preis nicht stimmt (das hätte allerdings nur meinen Einstieg und nicht die Insolvenz vermieden)

2) Ich werde mich nicht mehr auf kapitalstarke Gesellschafter und deren „Zusagen“ stützen (da ich die Strategie immer noch für gut halte, hätte man da mit mehr Kapital bestimmt eine Insolvenz vermeiden können. Unterstellt es ist in der Kommunikation nicht falsch gespielt worden)

Gold(minen) Gewinnmitnahme

Ich hatte ja in letzter Zeit wiederholt angedeutet, dass ich überlege auch bei meiner Goldposition Gewinne mitzunehmen. Da ich fundamental keine Chance habe ein Preisziel zu ermitteln, hatte ich mich für ein persönliches Ziel anhand der Portfolio Gewichtung entschieden. Und zwar hat der Preis heute Morgen von rund 5.600 USD pro Unze dazu geführt, dass ich die Hälfte meines Goldminen ETFs verkaufen und somit meinen ursprünglichen Einsatz zzgl. eines kleinen Gewinns realisieren konnte. Gleichzeitig bleibt meine Goldposition aber bei rund 10% meines Vermögens.

Kurzfristig war mein Timing 1a, denn während ich das jetzt ein paar Stunden später schreibe, ist das Gold schon wieder auf rund 5.200 USD gefallen. Ich glaube allerdings nicht unbedingt, dass das jetzt eine grundlegende Trendumkehr ist. Vielmehr agiere ich selber lieber scheibchenweise, wenn ich selber nicht sicher bin wo die Reise hingeht. Ich werde also jetzt wieder abwarten und sollte es zu weiteren signifikanten Gewinnen kommen, vielleicht auch beim Xetra Gold mal Gewinne mitnehmen. So werde ich weitermachen, bis ich zumindest alle Einsätze zurück habe. Danach ist es psychologisch einfacher durch Dick und Dünn weiterlaufen zu lassen.

Gewinnmitnahmen wegen Trump Unsicherheit

tonies aktueller Kurs: 10,46 Euro

MSCI All Countries: 95,05

Ich hatte ja kürzlich schon angedeutet, dass ich eher in Richtung Gewinnmitnahmen gedacht habe, als in Richtung neue Aktieninvestments.

Am Wochenende hat es Herr Trump geschafft mich so in Unruhe zu versetzen, dass ich dies jetzt umgesetzt habe. Ich war froh, dass die Märkte zumindest heute Morgen noch relativ gelassen reagiert haben, so dass ich im Vergleich zu letzter Woche nur verhältnismäßig geringe Einbußen hatte.

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mittelfristige Staatsanleihen

KfW 2033 Anleihe

ISIN DE000A30V9M4

aktuelle Rendite: 2,875%

Hessen 2034 Anleihe

ISIN DE000A1RQEP6

aktuelle Rendite: 2,9%

Wie schon im Jahresrückblick angekündigt, habe ich meine Ausrichtung weiter auf die konservative Seite verschoben. Frei werdende Festgelder und vorhandenes Tagesgeld habe ich jeweils hälftig in die oben genannten KfW und Land Hessen Anleihen investiert. Auf die Art kann ich mein Tagesgeld, also trockenes Pulver, mit demnächst erwarteten Anleihe Rückzahlungen (Air Lease und Index Bundesanleihe) und angedachten Aktien Gewinnmitnahmen wieder auffüllen, ohne dass diese mit nur noch knapp über 1% verzinsten Guthaben überhand nehmen.

cardfactory – günstige Grußkarten

ISIN: GB00BLY2F708

aktueller Kurs: 97,18 Gbp

Ich bin in der Presse mal wieder auf ein Unternehmen gestoßen, das zwar nicht in meinen Kompetenzbereich fällt, dessen Geschäftsmodell aber einfach zu verstehen ist und dessen Bewertung sehr niedrig ist.

Mein Titel mit „günstige Grußkarten“ ist in diesem Fall doppelt zu verstehen. Zum einen ist cardfactory ein Hersteller und Händler von günstigen Grußkarten aus UK und zum anderen wird das Unternehmen mit einem KGV von nur 6,7 bewertet. Bei Nebenwerten mit niedrigerer Bewertung sollte man sich regelmäßig die Frage stellen welcher Anlass für einer Neubewertung sorgen könnte, hier liegt die Dividendenrendite allerdings bei 5,4% und so lange die verdient und gezahlt wird, wäre es mir egal ob der Kurs steigt oder nicht.

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Eigenkapitalforum 2025

Wie jedes Jahr fand auch diese Woche wieder das Eigenkapitalforum der Deutsche Börse statt. Für mich mit allen Vor- und Nachteilen wieder rein virtuell. Im Allgemeinen interessant fand ich, dass sich zunehmend auch DAX Konzerne präsentieren, so z.B. die Deutsche Telekom und e.on. Obwohl ich in beiden investiert bin, habe ich darauf aber verzichtet, weil es beim Eigenkapitalforum für mich um Unternehmen geht, die ich noch gar nicht kenne oder die sonst nicht so viel berichten und Aufmerksamkeit bekommen.

(erneuerbare) Energie

HydrogenPro

Mit HydrogenPro ging die Konferenz für mich direkt mit einem Unternehmen los, von dem ich noch nie etwas gehört hatte. Bei einer Marktkapitalisierung von knapp 21 Mio. Euro vielleicht verständlich für jemandem der dem Thema Wasserstoff bisher vorsichtig gegenüber stand.

Wie der Name schon vermuten lässt, ist HydrogenPro ein Hersteller von Elektrolyseuren, die benötigt werden um Wasserstoff herzustellen wurde. Das Unternehmen wurde 2013 gegründet und hat seine Firmenzentrale in Norwegen. Obwohl die Firma relativ klein ist, hat sie neben der Zentrale bereits Standorte in Dänemark, Deutschland, den USA und China. Viel Vertrieb sowie Projektbau und -management werden von Partnern übernommen, die auch Gesellschafter sind:

Mitsubishi Heavy Industries (für USA und etwas Asien) 12,3%

Longi (China) 13,3%

Andritz (Österreich) 16,7%

HydrogenPro wurde 2021 zu einem Kurs von knapp 4 Euro an die Börse gebracht und stieg in dem damaligen Wasserstoff Hype auf mehr als 7 Euro. Mittlerweile ist dem Hype erst mal wieder Ernüchterung gewichen und aktuell notiert die Aktie nur noch bei 0,21 Euro.

Perspektivisch wäre es für die Menschheit wahrscheinlich besser, wenn grüner Wasserstoff so günstig wird, dass er fossile Energieträger zu einem nennenswerten Teil ablösen kann. Ob, wann und durch welche Hersteller das erreicht wird, kann ich aber nicht einschätzen. Deshalb ist HydrogenPro für mich auf absehbare Zeit kein Investment.

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Opap – Merger mit Mehrheitsgesellschafter

aktueller Kurs: 19,56 Euro

Bereits im Jahr 2019 gab es ein Übernahmeangebot des tschechischen Unternehmens Saszka für die griechische Lottogesellschaft Opap. Ich hatte mich damals gegen einen Verkauf entschieden und das war auch gut so, denn trotz sehr hoher laufender Dividenden hat sich der Kurs auch noch mehr als verdoppelt. Viele andere Altaktionäre haben sich damals ähnlich entschieden, so dass der Sazka Anteil aktuell „nur“ bei 52% liegt.

Sazka ist inzwischen in allwyn umbenannt worden und gestern wurde bekannt gegeben, dass es einen Merger zwischen Opap und allwyn geben soll, der praktisch einen indirekten Börsengang von allwyn darstellt.

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Enagas – spanische Gasnetze

ISIN: ES0130960018

aktueller Kurs: 13,30 Euro

Die OMV hat, wie erwartet, die frühestmögliche Möglichkeit genutzt, um die Nachranganleihe zu kündigen, die ich im Depot hatte. Die 2028‘er Nachranganleihe von OMV hat eine Mindeststückelung von 100.000 Euro und bietet weniger als 3% Rendite. Einfach in die längere Laufzeit wechseln ist deshalb für mich nicht so attraktiv. Stattdessen habe ich mir mit Enagas mal den spanischen Gasnetzbetreiber angeschaut, nachdem ich kürzlich erst in italienische Gasnetze investiert habe.

Infrastruktur, insbesondere regulierte Infrastruktur, hat den Charme in Zeiten wieder sinkender Zinsen etwas höhere laufende Renditen zu bieten und gleichzeitig haben diese im letzten Zyklus auch an Wert gewonnen, weil sukzessive immer mehr Investoren aus dem festverzinslichen Bereich verdrängt wurden. Umgekehrt funktioniert das natürlich auch, aber das wäre mir egal, wenn die laufenden Zahlungen passen.

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Deutsche Wohnen – spekulativer, kleiner Nachkauf

aktueller Kurs: 21,10 Euro

Ich habe seit einiger Zeit überlegt, ob es vielleicht an der Zeit sein könnte im Bereich Immobilien nachzukaufen. Die Kurse sind in den letzten Jahren durch die Bank recht stark gesunken, auch wenn sie sich schon teilweise wieder erholt haben. Die allgemein erwarteten weiter sinkenden Zinsen, sollten den Werten weiteren Auftrieb geben. An der Nachfrage hat es insbesondere bei deutschen Wohnungswerten ohnehin nie gemangelt.

Mit der Entscheidung für eine neue „richtige“ Position z.B. in LEG Immobilien tue ich mich aber nach wie vor schwer. Zumindest bei Deutsche Wohnen habe ich mich aber gerade entschieden ein Drittel meiner bisherigen Position nachzukaufen. Die Bewertung weit unter dem gutachterlichen Substanzwert, mit einem KGV von etwas über 11 und einer durch den Gewinnabführungsvertrag mit Vonovia garantierte Dividendenrendite von über 5% schreit für mich eigentlich nach einem richtig großen Nachkauf. Allerdings hat Vonovia schon früher alle (aus meiner Sicht gerade noch) legalen Register gezogen, um die Position von Vonovia zu Lasten der verbleibenden freien Aktionäre von Deutsche Wohnen zu verbessern. Da ich das Risiko sehe, dass Vonovia es schafft die restlichen Aktionäre weit unter Wert zwangsweise abzufinden und ich dann wegen dem Aufwand nicht vor Gericht gehen würde, soll diese Position nicht groß werden.

Zum Glück war sie das auch noch nie und durch die Verluste ist sie noch kleiner geworden. Dadurch hat auch der Nachkauf eher einen Spielgeld Charakter. Trotzdem konnte ich gerade nicht anders, nachdem der Kurs durch den allgemeinen Kursrutsch gestern, noch mal günstiger geworden ist.

Mal sehen, ob die Deutsche Wohnen für mich irgendwann doch noch mal ein erfolgreiches Investment wird.

Gewinnmitnahme Deutsche Bank

aktueller Kurs: 29,39 EUR

Das ich mal „Gewinnmitnahme“ und „Deutsche Bank“ in einem Titel zusammen schreiben würde, habe ich lange gar nicht mehr zu hoffen gewagt. Mein Engagement begann vor fast 20 Jahre und war insgesamt eine wilde nicht besonders schöne Erfahrung.

Trotz dieses miesen Charts konnte ich jetzt Gewinne realisieren, da ich insbesondere 2021 und 2022 zu den sehr niedrigen Kursen doch noch mal nachgekauft habe.

Für meinen Teilverkauf gab es 3 Gründe.

1) Die These meiner Nachkäufe war, dass die Bank es irgendwann schaffen wird wieder in ruhigere Fahrwasser zu kommen und eine Bewertung von teilweise KBV 0,3 doch arg niedrig war. Als Kursziel hatte ich mir den Buchwert der Aktie gesetzt, der mit dem heutigen Kurs mehr oder weniger erreicht wurde.

2) Durch den Kursanstieg ist die Deutsche Bank zu einer meiner größten Positionen geworden und da ich Banken nach wie vor eigentlich für kaum zu analysieren halte, fühlte ich mich mit der Position in dieser Größe nicht mehr wohl.

3) Auch auf den Gesamtmarkt bezogen überwiegt bei mir auf dem aktuellen Niveau die Skepsis, da viele problematische Entwicklungen scheinbar vom Markt einfach ausgeblendet werden. Bei den Banken kommt noch hinzu, dass sie sich positiv entwickeln konnten, weil es endlich wieder Zinsen gibt. Diese sinken nun aber wieder und allenthalben wird nur darauf gewartet, dass sie noch weiter sinken. Über kurz oder lang wird das für Banken vermutlich nicht gut sein.

FAZIT

Früher hätte ich heute wahrscheinlich alle meine Deutsche Bank Aktien verkauft. Ich habe aber inzwischen gelernt, dass ich tendenziell häufig zu früh agiere. Ich kaufe zu früh und muss dann lange warten, bis eine positive Entwicklung einsetzt und bin dann zu früh skeptisch und verkaufe wieder. Deshalb begnüge ich mich jetzt damit mein Risiko auf Null zu stellen und die Gewinne weiterlaufen zu lassen.