Buch: Der Schwarze Schwan

von Nassim Nicholas Taleb

 

Ich habe mir vorgenommen in Zukunft hier auch Wirtschafts- und Finanzbücher vorzustellen, die ich gelesen habe. Am Anfang wird es ein paar mehr Vorstellungen geben, wenn ich sukzessive Bücher vorstelle, die ich längst schon gelesen habe. Später werde ich dann immer kurz was schreiben, wenn ich wieder mit einem Buch durch bin. In dem neuen Register Bücher werde ich dann Links zu den einzelnen Buchvorstellungen sammeln, damit Leser die später dazustoßen und nicht laufend jeden Artikel mitbekommen sie übersichtlich wiederfinden können. Das erste Buch, über das ich hier mal geschrieben habe, war Stalking the Black Swan. Deshalb fand ich es naheliegend meinen Neuanfang bei den Buchvorstellungen mit dem Buch zu beginnen, das den Begriff Schwarzer Schwan für das Finanzwesen geprägt hat.

 

Der „Schwarze Schwan“ ist im englischen Original im Jahr 2007 erschienen und in meinen Augen bereits ein Klassiker, den jeder lesen sollte, der sich am Kapitalmarkt tummelt. Schwarze Schwäne sind nach der Definition von Taleb sehr seltene Ereignisse außerhalb der regulären Erwartungen, die große Auswirkungen haben und im nachhinein (aber nicht im Voraus) erklärt werden können. Das Buch zeigt, dass gerade die Kapitalmärkte, aber nicht nur die, sehr stark von schwarzen Schwänen beinflusst werden, auch wenn es schwer ist sie einzukalkulieren.

Der Titel ist ein schönes Bild für das Phänomen mit dem sich Taleb in dem Buch beschäftigt. Über Jahrhunderte waren die Menschen in Europa sicher, dass ALLE Schwäne weiß sind, denn die Beobachtungen in der Natur hatten diese Regel immer wieder bestätigt. Dann entdeckten die Europäer Australien und eine einzige Beobachtung eines schwarzen Schwans reichte aus, um die jahunderte alte Regel zu widerlegen. Noch besser gefällt mir die später im Buch verwandte Geschichte der Truthähne. Junge Truthähne beobachten, dass die Menschen sie füttern, hegen und pflegen und wachsen in dem Bewusststein auf, dass die Menschen nur das beste für die Truthähne wollen. Mit jedem Tag an dem diese Erfahrung bestätigt wird, steigt die statstische Signifikanz, dass diese Regel richtig ist. Am höchsten ist die statistische Signifikanz einen Tag vor Thanksgiving…

 

Ein weiteres Bild, das ich mir immer mal wieder vor Augen führe ist die Unterscheidung der beiden „Länder“ „Mediokristan“ und „Extremistan“. In Mediokristan werden 1.000 zufällig ausgewählte Menschen gewogen. Wenn man nun einen von ihnen durch einen der schwersten Menschen der Welt ersetzt, wird sich der Durchschnitt um weniger als 1% erhöhen. In Extremistan werden wieder 1.000 Menschen zufällig ausgewählt und der Durchschnitt ihres Vermögens errechnet. Ersetzten wir nun irgendeinen von diesen 1.000 durch Bill Gates oder Waren Buffet wird der Durchschnitt plötzlich praktisch ausschließlich vom Vermögen von dieser einen Person bestimmt. Bei den vielen Milliarden, die die beiden besitzen, spielt das Vermögen der anderen 999 für den Durchschnitt praktisch keine Rolle mehr. Ich finde es wichtig, sich bei der Analyse einer Situation immer wieder zu verdeutlichen in welchem „Land“ man sich gerade befindet. Die Normalverteilung stammt aus Mediokristan und viele klassische Risikomanagement Kennziffern basieren auf der Normalverteilung. Mit ihr kann man relativ einfach rechnen und im Normalfall passen die Ergebnisse. Trotzdem liegt die Börse in Extremistan und an den Tagen des schwarzen Schwans versagen die Risikomanagement Tools aus Mediokristan.

 

Das Buch beschreibt nicht nur diese Phänomene sondern geht auch darauf ein, warum wir Menschen so schlecht mit schwarzen Schwänen umgehen können. Das geht dann in Richtung Behavorial Finance und wenn man versteht warum es einem so schwer fällt sehr unwahrscheinliche Ereignisse zu berücksichtigen, fällt es einem etwas leichter. Auf jeden Fall ist es sehr interessant mehr darüber zu lernen!

Kaufen kann man es hier:

 

Ein Gedanke zu „Buch: Der Schwarze Schwan

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