Buch: Das Value Investing Handbuch

von John Mihaljevic

Das Buch, ich heute vorstellen möchte, ist in der deutschen Fassung ganz frisch auf dem Markt. Ich habe vom Finanzbuchverlag vorab ein pdf bekommen. Wie die meisten Sachbücher, die den Begriff Handbuch im Namen tragen, gibt das Buch einen Gesamtüberblick über das Thema. Value Investing ist zwar schon ein spezialisierter Investmentstil, aber innerhalb des Value Investing gibt es durchaus noch mal relevante Unterschiede.

Der Autor: John Mihaljevic

Der Autor ist leitender Redakteur der kostenpflichtigen Value Investing Webseite manualofideas.com. Er war Assistent des Nobelpreisträgers James Tobin und machte unter dem ebenfalls bekannten David F. Swensen seinen Abschluss in Yale.

Value Investing

Das Buch beginnt mit der grundlegenden Überlegung, dass Value Investoren denken wie Eigentümer. Für sie sind Aktien nicht nur abstrakte Einheiten, die man nach technischen Indikatoren handelt und bei denen das eigentliche Geschäft keine wirkliche Rolle spielt.
Im Anschluss geht das Buch in den einzelnen Kapiteln unterschiedliche Value Ansätze durch. Das erste Kapitel ist natürlich dem ersten Value Investor Graham gewidmet. Net-Net Aktien, deren Börsenbewertung unter dem netto Umlaufvermögen liegt, sind heute so attraktiv wie vor 50 Jahren und auch wenn man es kaum glauben kann, gibt es sie auch heute noch, aber nicht mehr so häufig wie zu Grahams Zeiten.

Weitere Ansätze, mit denen sich Value Investments finden lassen, sind:

  • Hervorragende Unternehmen zum fairen Preis
  • Unternehmen bei denen die Summe aller Teile mehr Wert sind als die Gesamtbewertung
  • Unternehmen mit exzellentem Management, wie z.B. natürlich Birkshire Hathaway oder Unternehmen in denen Superinvestoren wie Buffett schon investiert sind
  • Small und Micro Caps mit denen sich professionelle Investoren meist nicht beschäftigen, weil sie zu viel Kapital zu investieren haben
  • Sonder- und Krisensituationen
  • internationale Aktien

Die verschiedenen Ansätze werden nicht nur theoretisch beschrieben, sondern auch mit Beispielen und Erläuterungen von professionellen Investoren plastisch gemacht. Das englische Original ist 2013 erschienen, so dass viele Beispiele noch recht aktuell sind.Der Autor gibt es außerdem auch immer mit Tipps wie man mit Aktien Screenern eine Liste von Aktien generieren kann, bei denen sich eine weitere Analyse lohnen könnte. So systematisch gehe ich bis jetzt nicht vor, weil mir bisher durch Presse und blogs immer genug Ideen gekommen sind. Auch durch dieses Buch habe ich eine Idee bekommen. In einem Beispiel geht es um einen Betreiber von Hubschraubern, vielleicht eine schöne Ergänzung zu meinen Flugzeuginvestments. Wenn etwas bei der Recherche rauskommt, werde ich natürlich hier einen eigenen Artikel veröffentlichen. Apropos eigener Artikel. Mehrere Investoren, die im Buch zu Wort kommen, empfehlen ein Investment Tagebuch zu führen, um die Gründe für und gegen ein Investment zu dokumentieren. Nur so kann man vermeiden, sich unwillkürlich zurückliegende Entscheidungen in der Erinnerung so hinzubiegen, dass sie ex-post zu der tatsächlichen Entwicklung passen. Nicht jede positive Entwicklung ist auf die eigene richtige Analyse zurückzuführen und nicht jeder Verlust passiert auf einer falschen Analyse. Nichts anderes mache ich hier mit meinem Blog und ich kann diesen Rat nur uneingeschränkt teilen. Man muss es ja nicht, wie ich, öffentlich in einem blog machen.

FAZIT

Ich habe schon sehr viele Bücher über das Investieren im Allgemeinen und Value Investing im Besonderen gelesen. Trotzdem fand ich das Buch ganz interessant, auch wenn es für mich wenig Neues enthält. Absolut empfehlen, kann ich es Leuten, die noch auf der Suche nach ihrem persönlichen Investmentstil sind, aber schon in Richtung Value tendieren. Dieses Buch gibt Neulingen die Chance verschiedene Value Investment Stile kennenzulernen und einen zu finden, der für sie persönlich einleuchtend ist.

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