VW Hybridanleihe – Gewinnmitnahme

Der VW Diesel Skandal ist inzwischen auch schon wieder über 2 Jahre her. Damals habe ich vorsichtig darauf gesetzt, dass die Panik übertrieben und VW nicht wirklich Konkurs gefährdet ist.

Die Einschätzung war mal eine meine besseren, auch wenn die Automobilwirtschaft nicht gerade mein Schwerpunkt ist. Damals war mein Hauptszenario eine Rendite von 6,5% p.a. bis zur ersten Kündigungsmöglichkeit im Jahr 2023. Als optimistisches Szenario schrieb ich von 15% innerhalb eines Jahres. Tatsächlich habe ich gerade die Hälfte meiner Position mit einer Rendite von 18% p.a. über zwei Jahre verkauft und der Kurs der Hybridanleihe hat mit über 116% fast wieder das Niveau vor der Diesel Affäre erreicht.

Einerseits war ich geneigt das Kapital weiter arbeiten zu lassen, an meinem 6,5% p.a. Szenario hat sich ja mit meinem Einstand nichts geändert. Andererseits bedeutet Halten das Gleiche wie zum heutigen Preis kaufen. Das wiederum bedeutet aber für die VW Hybridanleihe aktuell nur noch eine Rendite von rund 2,1% p.a., falls VW sich entschließt die Anleihe im Jahr 2023 zu 100% zurückzuzahlen. Eine Hybridanleihe mit einer so niedrigen Rendite würde ich aber als neues Investment nicht ernsthaft in Erwägung ziehen. Als (fauler?) Kompromiss zwischen Anlagenotstand und Rendite Management habe ich mich deshalb entschlossen erst mal die Hälfte meiner verhältnismäßig großen Position zu verkaufen.

 

Offshore Drilling – ist der Boden erreicht?

Bei den Offshore Drillern habe ich mich bisher fast ausschließlich auf kurze bis mittelfristige Anleihen konzentriert, deren Rückzahlung für mich ohne Annahmen über die weitere Ölpreis Entwicklung wahrscheinlich ist. Wenn man sich den Ölpreis und die Quartalsberichte sowohl der Ölkonzerne als auch von deren Dienstleistern im Jahr 2017 anschaut, kann man allerdings zum Ergebnis kommen, dass sich die Lage stabilisiert hat und man wieder verstärkt über Aktien nachdenken sollte.

Ich habe diesen Artikel seit August auf der to-do Liste gehabt. Das ich erst jetzt damit fertig bin, hat zum einen damit zu tun, dass ich wegen einem neuen Job weniger Zeit habe und zum anderen damit, dass es so viele Faktoren gib, dass es schwerfällt einfach anzufangen und zu allem mal was aufzuschreiben. Früher hätte ich einfach aus dem Gefühl heraus gekauft und dieses Mal scheint es so, dass mich meine Disziplin Geld gekostet hat. Das sieht man beispielsweise am 3-Monats Chart von Transocean:

Die Disziplin zu jeder Entscheidung hier etwas zu schreiben, bringt mich aber insgesamt auf jeden Fall weiter, deshalb werde ich das auch beibehalten, auch wenn es in Einzelfällen mal zu zu viel Zeitverlust führt. Weiterlesen

Buch: Blockchain Technology

von Daniel Burgwinkel (Hrsg.)

Ich betrachte Bitcoin und andere Kryptowährungen nicht als Investment, auch wenn sie derzeit in aller Munde sind und die Kurse wie verrückt steigen. Als alternative Währungen halte ich sie für ein interessantes Experiment, auch wenn ich meine Zweifel daran, ob sie sich im Alltag wirklich als Alternative durchsetzen werden. Bitcoin basiert technisch auf der sogenannten Blockchain, der in noch viel mehr Anwendungsgebieten zugetraut wird, Geschäftsmodelle zu revolutionieren. Da ich bisher zur Blockchain nur rudimentäre Kenntnisse hatte, habe ich nach einem Buch gesucht, um mich etwas tiefer in das Thema einzulesen. Bei De Gruyter Oldenbourg bin ich fündig geworden und der Untertitel „Einführung für Business- und IT Manager“ versprach genau das was ich gesucht habe. Weiterlesen

Bestellt aber nicht abgeholt

Fast alle Schiffsmärkte leiden seit Jahren unter einem Überangebot an Schiffen, was leider nicht unbedingt dazu geführt hat, dass wesentlich weniger neu bestellt worden wäre. Laut www.VesselsValue.com wurden insgesamt 2.440 Schiffe zu Auslieferung im Jahr 2017 bestellt. Allerdings wurde bis Ende Oktober erst die Hälfte tatsächlich ausgeliefert. Das wird auch nicht mehr aufgeholt werden, denn zum Ende des Jahres werden normalerweise deutlich unterdurchschnittlich viele Schiffe ausgeliefert. Der Grund dafür ist, dass der Eigner durch ein paar Wochen Wartezeit ein Schiff mit dem „Baujahr“ 2018 bekommt, was optisch jünger wirkt und später auf dem Gebrauchtmarkt zu einem etwas höheren Wert beitragen kann.

Die 50% Auslieferungsquote ist natürlich nur ein Durchschnitt. Die folgende Grafik von www.VesselsValue.com zeigt anschaulich, wie es für verschiedene Segmente aussieht.

Weiterlesen

Macquarie Rohstoff Bericht Herbst 2017

Vor fast auf den Tag genau vor einem Jahr habe ich zum ersten Mal den Rohstoffbericht von Macquarie bekommen und hier und hier im blog zum Teil zusammengefasst. Kürzlich habe ich wieder einen neuen Bericht bekommen und den werde ich jetzt mal nutzen, um wieder ein paar für mich wesentliche Informationen zusammenzufassen und zu schauen, ob die Prognosen, die ich letztes Jahr herausgepickt hatte, auch eingetreten sind. Weiterlesen

Buch: Deep Value

von Tobias E. Carlisle

Anfang des Jahres habe ich das Buch „Concentrated Investing“ vorgestellt und darin schon erwähnt, dass ich auch noch das Buch „Deep Value“ von einem der Autoren auf der Liste hatte. Inzwischen habe ich es gelesen und möchte es heute vorstellen. Überraschend und interessant zugleich fand ich, dass es in dem Buch gar nicht nur um sehr, sehr günstig bewertete Unternehmen geht, sondern gleichzeitig auch um aktivistische Investoren. Der Untertitel „Why Acitivst Investors and Other Contrarians Battle for Control of Losing Corporations“ macht das schon deutlich. Sehr niedrige Bewertungen haben häufig einen Grund und den versuchen aktivistische Investoren dann zu beseitigen. Deshalb macht diese Kombination durchaus Sinn, auch wenn ich da so vorher nicht unbedingt drauf gekommen wäre. Weiterlesen

Farmland Partners – 6% preferred shares

NYSE Symbol: FPI-PB

aktueller Kurs: 26,95

Achtung: dieser Artikel ist nur von akademischem Wert, da dieses Papier aktuell in Deutschland nicht gehandelt werden kann. Da er schon fertig ist, veröffentliche ich ihn trotzdem…

Farmland Partners habe ich letztes Jahr im September vorgestellt. Damals lief gerade eine Übernahme und außerdem war ich von der Bewertung nicht überzeugt. Deshalb habe von einem Kauf abgesehen, das Unternehmen allerdings weiter verfolgt. Nicht zu kaufen war goldrichtig, denn seither ist der Kurs um rund 20% gefallen.

Auf Seeking Alpha gab es gerade wieder einen Artikel, der die Buchwerte für plausibel und die Bewertung unter dem Buchwert für günstig hält. Andererseits sind die Farmlandpreise in den USA bisher nur minimal unter das Rekordniveau von 2015 gefallen, obwohl das Niveau der Pachten aufgrund niedriger Getreidepreise eher sinkt. Außerdem gibt es Vorwürfe an Farmland Partners über Markt eingekauft zu haben, um das sehr schnelle Wachstum zu ermöglichen. Wenn ich nur mal einen pauschalen Sicherheitsabschlag von 10% auf den Buchwert der Flächen nehme, sind die Stammaktien immer noch um 20% überbewertet. Außerdem deckt der laufende Cash Flow die Dividende nicht. Müsste die Dividende gekürzt werden, würde der Kurs wahrscheinlich noch mal sinken. Die Stammaktie bleibt für mich deshalb derzeit nicht interessant.

Da der Kurs mittlerweile unter dem Buchwert notiert, sind Kapitalerhöhungen für ein weiteres Wachstum nicht ohne deutliche Verwässerung der vorhandenen Aktionäre möglich. Das Management möchte aber trotzdem weiter expandieren und hat im August preferred shares ausgegeben. Die bevorzugte Stellung gibt einem bei der Bewertung der Flächen einen Puffer und die laufenden Konditionen sehen auf den ersten Blick auch ganz attraktiv aus, deshalb habe ich mir das mal näher angeschaut. Weiterlesen

Buch: Globalisierung und was nun?

von Manfred Lange

Als ich diesen Titel in den Neuerscheinungen des FAZ Buchverlags sah, hat er mich gleich angesprochen. Kein Trend geht ewig weiter und so wird auch die Globalisierung nicht ewig weiter gehen. In verschiedensten Ländern werden Nationalisten und Populisten gewählt und die versprechen, dass Abgrenzung zu einer Verbesserung für die lokale Bevölkerung führen wird. Daran kann man glauben oder es bestreiten. Aus Investorensicht ist es in jedem Fall sinnvoll darüber nachzudenken, welche Auswirkungen das haben kann. Insbesondere wenn man, wie ich, erheblich in Transportmittel wie Schiffe und Flugzeuge investiert ist. Weiterlesen

Corridor Resources – fast ein Gas net-net

ISIN: CA2199191073

aktueller Kurs: 0,62 CAD

Ich dachte eigentlich, dass net-net‘s ein Phänomen der Vergangenheit wären, erst in Zeiten, wie heute, in denen die Bewertungen durch die niedrigen Zinsen so in die Höhe getrieben wurden. Nach CMI im März und Clere im April kann ich heute aber schon wieder ein Unternehmen vorstellen, dass aktuell kein net-net ist, aber dessen Marktkapitalisierung zu gut drei Vierteln durch Cash gedeckt ist. Natürlich nach Abzug aller Verbindlichkeiten! Dieses Mal handelt es sich sogar um ein Unternehmen aus meinen Kern-Sektoren: Öl- und Gas. Weiterlesen